ASIEN/PHILIPPINEN - Anklage gegen Bischöfe aufgehoben: "Einerseits glücklich und andererseits traurig"

Mittwoch, 12 Februar 2020 drogen   gewalt   menschenrechte     gerechtigkeit  

Jun Santiago

Manila (Fides) - "Ich bin einerseits glücklich, andererseits traurig", so Bischof Pablo Virgilio David Caloocan im Norden von Manila zur Aufhebung der Vorwürfe der "Volksverhetzung" gegen vier katholische Bischöfe. Das Justizministerium (DOJ) befreite vier philippinische Bischöfe von den Vorwürfen, die sie beschuldigten zusammen mit 36 Aktivisten, Rechtsanwälte und Ordensleute den Sturz der Regierung von Rodrigo Duterte geplant zu haben. Beobachter hatten die Anklage als Einschüchterungsversuch beschrieben, mit dem Regierungskritiker zum Schweigen gebracht werden sollten.
"Ich bin einerseits froh, dass die gegen mich und meine Mitbrüder erhobenen Anklagen von der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen wurden", so Bischof David. „Auf der anderen Seite tut es mir leid, weil die Richter daran fest halten, dass zwei Priester, P. Albert Alejo SJ und P. Flavie Villanueva SVD, und andere Personen wegen 'Verschwörung zum Zwecke der Volksverhetzung' vor Gericht gestellt werden sollen. Ich hoffe und bete immer noch, dass auch die Anklage gegen sie von den Gerichten abgelehnt werden wird", sagte er.
Es wurde festgestellt, dass die Bischöfe keine Absicht hatten, "Volksverhetzung" zu begehen, und dass es für die von der "Criminal Investigation and Detection Group“ eingereichte Anklage keine Beweise gibt. Gegen folgende Bischöfe war Anklage erhoben worden: Erzbischof Socrates Villegas von Lingayen; Bischof Pablo Virgilio David von Caloocan; Bischof Honesto Ongtioco von Cubao; und der emeritierte Bischof von Novaliches Teodoro Bacani. Entlastet wurden auch der Menschenrechtsaktivist Pfarrer Robert Reyes und Bruder Armin Luistro von den Brüdern der christlichen Schulen.
Empfohlen wurden jedoch weitere Ermittlungen gegen die Priester Fr. Albert Alejo und p. Flaviano Villanueva und neun weitere Personen, darunter der frühere Senator Antonio Trillanes, die angeblich an einer Verschwörung gegen Präsident Duterte beteiligt gewesen sein sollen. Alle beteiligten Aktivisten, Ordensleute und Anwälte haben wiederholt erklärt, dass sie sich nicht an illegalen Handlungen beteiligen waren. Auch die katholische Bischofskonferenz der Philippinen hatte die Angeklagten verteidigt und festgestellt, dass die Anschuldigungen "unvorstellbar" seien und dass es sich um Einschüchterungsversuche handle, die die Bischöfe zum Schweigen bringen sollten.
Präsident Duterte ist in den letzten Jahren, vor allem wegen der Frage des "Krieges gegen Drogen" und der damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen in Konflikt mit der katholischen Kirche geraten. Diese waren auch wiederholt von Nichtregierungsorganisationen angeprangert und kürzlich in einem Bericht der Nichtregierungsorganisation "Amnesty International" dokumentiert, der am 30. Januar veröffentlicht wurde.
(SD-PA) (Fides 12/2/2020)


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