NEWS ANALYSIS/OMNIS TERRA - Papstbesuch in Chile: Zuwanderer, Ureinwohner, Bildung und Umwelt stehen im Mittelpunkt

Samstag, 13 Januar 2018 papst   universität     zivilgesellschaft     bildungswesen   eingeborene    

PUCC

Bei den „wichtigen Themen" des Papstbesuches in Chile gehe es vor allem um "die Ureinwohner, denen er in der Region Araucanía begegnen wird, die Einwanderer im Norden, die Jugendlichen und die Sorge für das ‚gemeinsame Haus’“, so Professor Roberto González Gutiérrez, der den Besuch des Heiligen Vaters an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile (PUCC) koordiniert.
Papst Franziskus besuche ein Land, „in dem sich 50 Prozent der Einwohner als Katholiken bezeichnen. Doch das Vertrauen in die Kirche ist in den letzten Jahren geschwunden", insbesondere wegen der Missbrauchskandale und des Umgangs mit pädophilen Priestern. Nach Ansicht des Professors ist die "Unstimmigkeit " zwischen der Botschaft der Hirten und dem Eindruck, der bei den Menschen entsteht, eine der Ursachen für die Unzufriedenheit mit der Kirche. Die Skandale "haben vor allem diejenigen negativ beeinflusst, deren Identifizierung mit der katholische Kirche bereits geschwächt war", so der Professor weiter. Die Säkularisierung sei auch in Chile angekommen, einem Land "mit sehr hohem Bildungsniveau", denn Menschen mit einem höheren Bildungsniveau seien auch "anspruchsvoller, kritischer und hinterfragen die Arbeit der Kirche". Diese sei „der Sache nicht immer gewachsen", gibt Gonzalez zu. Der Ansprache von Papst Franziskus am kommenden 17. Januar sehen die Vertreter des Bildungswesens deshalb mit einer gewissen Erwartung entgegen. Dem Besuch an der Katholischen Universität werden auch deshalb besondere Erwartungen entgegengebracht, weil das Bildungssystem mit seiner gemischten öffentlich und privaten Finanzierung, das auf kommunaler Ebene verwaltet wird in den letzten Jahren verschiedene Mängel aufzeigte und dies in dem lateinamerikanischen Land mit den größten Klassenunterschieden. Die Kirche unterstütze eine Reform, die eine private Finanzierung mit staatlichen Zuschüssen beibehält mit dem Ziel eine umfassende Säkularisierung des Unterrichts zu verhindern, die die Option des katholischen Religionsunterrichts in Frage stellen könnte. Vom Papst erwarte man keine besonderen Richtlinien, doch man hoffe auf Unterstützung für die Förderung eines qualitativ hochwertigen Bildungsmodells für alle, mit gleichen Chancen für staatliche Schulen, katholische Schulen und Privatschulen. (...)


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