ASIEN/TADSCHIKISTAN - Arbeitsplatzverlust infolge der Coronapandemie: Caritas hilft Rückkehrern

Donnerstag, 21 Januar 2021 caritas   armut   migranten   coronavirus   pandemie  

Duschanbe (Fides) - Die tadschikische Kirche hilft Menschen, die nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie in dem zentralasiatischen Land ihren Arbeit verloren haben. Nach Angaben des “Central Asian Bureau for Analytical Reporting” verlassen jedes Jahr rund eine Million Migranten Tadschikistan, um Arbeit im Ausland zu suchen, hauptsächlich in Russland. Das Phänomen kam 2020 aufgrund der Schließung der Grenzen infolge der Pandemie zum Erliegen, die viele Arbeitnehmer mit auslaufenden Visa zur Rückkehr zwang, wodurch ihren Familien das Haupteinkommen fehlte, das bisher aus Überweisungen von Verwandten aus dem Ausland bestand.
Vor diesem Hintergrund versucht Caritas Tadschikistan zu helfen: "Wir versuchen, Rückkehrern bei der Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten und bei der Wiedereingliederung in die Gemeinschaft zu helfen. Wir helfen bei der Arbeitssuche, aber auch bei bürokratischen Angelegenheiten im Zusammenhang mit Finanzierungsanträgen. Wir kümmern uns auch um die anfängliche Unterstützung bei der Gründung kleiner Unternehmen. “
„Im Jahr 2020 hat die Zahl der zurückkehrenden Migranten erheblich zugenommen”, heißt es in der Mitteilung weiter. “Es warten viele Arbeitnehmer auf unsere Unterstützung, aber mit fünfzehn von ihnen haben wir die Wiedereingliederung bereits abgeschlossen”. Unter den Rückkehrern war auch Farhod Islomov, der nach einer langen Zeit im europäischen Ausland in die Heimat zurückkehrte: „Als Farhod aus Deutschland zurückkehrte, plante er, sein Einzelhandelsgeschäft für Kleidung und Accessoires wieder zu eröffnen. Zu Beginn musste er sehr hohe Kosten tragen, um in seine Heimat zurückzukehren und sich wieder in seine Gemeinde zu integrieren. In Zusammenarbeit mit Caritas Internationalis und Caritas Belgium unterstützte das tadschikische Hilfswerk Farhod, indem sie ihm bei der Erstellung eines Geschäftsplans und der Deckung der anfänglichen Kosten half. So gelang es ihm, sein Geschäft auf dem zentralen Markt von Kulyab, seiner Heimatstadt, zu eröffnen“.
Die katholische Kirche existiert in Tadschikistan in einem zu 98% muslimischen Kontext: Derzeit gibt es etwa 100 Gläubige verteilt auf die beiden Pfarreien Duschanbe und Qurǧonteppa. Katholiken gibt es in Tadschikistan seit den 1970er Jahren: Die ersten Gläubigen waren hauptsächlich Deutsche aus Russland, der Ukraine und Litauen, die zur Zeit der Sowjetunion in das Land deportiert wurden. Uner kommunistischer Führung hatten die katholischen Gemeinden Tadschikistans jahrelang keinerlei Kontakt zur Universalkirche. Um der lokalen katholischen Präsenz Struktur zu verleihen, gründete Papst Johannes Paul II. am 29. September 1997 die Missio sui iuris. Bereits 1983 hatten kleinere Gruppen karitative Initiativen auf den Weg gebracht, die sich ab 2004 offiziell in die Caritas zusammenschlossen.
(LF-PA) (Fides 21/1/2021)


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