AMERIKA/NICARAGUA - Corona-Pandemie: Bischöfe bitten Regierung und Opposition um Konsens und gemeinsame Suche nach Lösungen

Dienstag, 26 Mai 2020   solidarietät   politik   bischöfe  

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Managua (Fides) - Die Nicaraguanische Bischofskonferenz forderte die Regierung unter Daniel Ortega und die Oppositionsparteien am vergangenen Sonntag auf, angesichts der COVID-19-Pandemie einen Konsens zu erzielen, um eine "größere humanitäre Katastrophe" in dem von politischer Polarisierung geprägten Land zu vermeiden.
Die Ansteckungskurve steigt derzeit im Land stark an, während Präsident Ortega darauf besteht, der wirtschaftlichen Belangen den Vorrang einzuräumen, und die Opposition die Regierung dafür kritisiert, dass sie angesichts der Pandemie keine angemesenen vorbeugenden Maßnahmen ergriffen hat.
"Wir fordern die Regierenden und alle Sektoren des Landes auf, sich um Konsens zu bemühen und gemeinsam nach Alternativen und Lösungen zu suchen, die uns vor größeren humanitären Katastrophen bewahren", so die Bischöfe in einer Botschaft "an alle Menschen guten Willens".
 Die Bemühungen um einen Konsens zwischen dem Ortega-Regime und anderen sozialen Sektoren des Landes stehen seit den Demonstrationen gegen Ortega im April 2018 praktisch still. Am Rande der Demonstrationen gab es Hunderte von Toten, Gefangenen oder Vermissten und über 100.000 Menschen flohen ins Exil. Derzeit übt die Opposition insbesondere Kritika an dem Standpunkt von Ortega, der darauf besteht hat, dass keine Beschränkungen zur Eindämung der Coronaepidemie geben soll, weil die Wirtschaft nicht zum Stillstand kommen soll.
„Nichts ist wichtiger als das Leben.... Die Probleme, die nach der Pandemie auftreten werden, sind vielfältig ", schreibt die katholische Bischofskonferenz, die in Nicaragua, wo mehr als 58,5% der Brüger sich zur katholische Religion bekennen, ein hohes Ansehen genießt.
Nach offiziellen Angaben des nicaraguanischen Gesundheitsministeriums sollen sich bisher nur 279 Menschen mit dem Coronavierus infiziert haben wobei insgesamt 17 Menschen an Covid-19 gestorben sein sollen. Unterdessen schätzst das „Bürgerobservatorium“ die Zahl der Fälle auf mindestens 2.323 mit ingesamt 465 Todesfällen.
"Das Wichtigste ist jetzt, das Leben zu schützen und dass jeder das Notwendige und Mögliche tut, um das Leben anderer zu schützen. Die Stärkeren sollen im Zeichen der Großzügkeit und des Mitgefühls die Schwächsten unterstützen und die, die über Reichtum verfüggen die Werke der Barmherzigkeit verveilfahchen, um ihn mit denen zu teilen, die nichts haben", heißt es in der Erklärung der Bischöfe.
Die Bischöfe fordern abschließend, dass “alle ausnahmslos das Leben über die Wirtschaft und über ideologischen Interessen stellen“ und wiederholen “das Leben ist wichtiger als alles andere“.
(CE) (Fides 26/05/2020)


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