ASIEN/PAKISTAN - Justitia-et-Pax-Kommission fordert Maßnahmen gegen Intoleranz an Schulen

Mittwoch, 13 September 2017 gerechtigkeit   frieden   religiöse minderheiten   intoleranz   diskriminierung   religionsfreiheit   islam   schule   bildungswesen   menschenrechte  

Lahore (Fides) – “Die pakistanische Regierung scheint mehr Wert auf Infrastrukturen und der Gebäudesicherheit in den Schulen zu legen als auf ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem. Wir leben in einer Gesellschaft, in der sich unter den Schülern Hass, Diskriminierung, Bullismus, und Intoleranz verbreiten”, so die Justitia-et-Pax-Kommission der Pakistanischen Bischofskonferenz nach dem “tragischen Unfall, der die Nation schockierte“. Der 17jährige christliche Schüler Sharon Masih wurde am 30. August von Mitschülern getötet der M.C. High School in Burewala (vgl. Fides 2/9/2017). “In einer Klasse mit 70 Schüler”, heißt es in der Verlautbarung, “war er der einzige Christ”, weshalb er zur Zielscheibe seiner Klassenkameraden geworden sei.
In der vom Präsidenten der Kommission, Bischof Joseph Arshad, und von deren Geschäftsführer Pfarrer Emmanuel Yousaf, unterzeichneten Erklärung heißt es: “Die Episoden könnte als banaler Streit zwischen Jugendlichen durchgehen, doch in Wirklichkeit war der Grund dafür Intoleranz, Diskriminierung und ein unmenschliches Verhalten gegenüber Minderheiten und Randgruppen. Wir machen uns große Sorge im Hinblick auf die Nachlässigkeit der Schulbehörden“.
“Sharon Masih war ein Junge, der durch Bildung vorankommen wollte”, so die Justitia-et-Pax- Kommission weiter, „Die Lehrer sollten Verantwortung dafür Tragen, dass es in den Klassen nicht zu Diskriminierung kommt. Wir rufen die Regierung von Punjab auf, angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Lehrer sollten verstehen, dass sie ihren Schülern besondere Aufmerksamkeit widmen müssen, vor allem, wenn sie Opfer von Missbrauch oder Gewalt wegen ihres Glaubens werden. Leider haben wir im Fall von Sharoon feststellen müssen, dass diese Schüler keine menschlichen Werte besitzen”. Doch so Pfarrer Emmanuel Yousaf “sind jene muslimischen Studenten, die Sharon ins Krankenhaus gebracht haben ein Zeichen der Hoffnung und ein Beispiel für die Lehre Gottes und Menschlichkeit”.
Von der Regierung und insbesondere von den Bildungsbehörden fordert die Kommission “eine ernsthafte Prüfung von Episoden der Intoleranz in den Schulen”: “Wir brauche eine Reform der Lehrpläne, damit eine tolerante und friedliche Gesellschaft gefördert wird; Lehrer müssen entsprechen ausgebildet sein, wenn es um Fragen der Intoleranz in der heutigen Gesellschaft geht”. Abschließend fordert die Justitia-et-Pax-Kommission “Gerechtigkeit für die Angehörigen von Sharon Masih” und “Maßnahmen, die garantieren, dass solche tragischen Unfälle künftig nicht mehr stattfinden“.
(PA) (Fides 13/9/2017)


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