ASIEN/IRAK - Oberhäupter der christlichen Kirchen im Irak verurteilen Koranverbrennung in Stockholm

Mittwoch, 5 Juli 2023 mittlerer osten   ostkirchen   sektierertum   islam   islamophobie   koran  

Bagdad (Fides) - Die Verbrennung des Korans durch einen "jungen Extremisten" vor der Stockholmer Moschee ist eine "abscheuliche und verabscheuungswürdige" Tat, die keinesfalls mit dem Argument der Meinungsfreiheit erklärt werden kann. Dies bekräftigten die Oberhäupter der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften im Irak in einem Kommuniqué, in dem sie hinzufügten, dass die Tat an sich eine Missachtung der Freiheit zahlreicher Menschen, eine Aufstachelung zu religiösem Hass und einen Angriff auf den Frieden zwischen den Völkern darstelle, da sie mit dieser Geste den Unmut der muslimischen Gläubigen in der ganzen Welt entfacht habe. Das Kommuniqué, das vom Rat der Leiter der christlichen Kirchen im Irak (Council of Christian Church Leaders, CCCL) herausgegeben wurde, schließt mit einem Appell an "Friedensstifter" in der ganzen Welt, auf jede Weise Initiativen zu fördern, die das Zusammenleben und den Frieden begünstigen.
Der Rat der Oberhäupter der Kirchen und christlichen Gemeinschaften des Irak ist ein 2010 gegründetes ökumenisches Gremium, dem Patriarchen, Bischöfe und Oberhäupter der 14 im Irak vertretenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften angehören. Dir am 28. Juni vor der Stockholmer Moschee begangene Geste löst im Irak weiterhin Besorgnis und besonders heftige öffentliche Reaktionen aus, auch weil der Täter ein 37-jähriger Flüchtling irakischer Herkunft, Salwan Momika, war, der seit vielen Jahren in Schweden lebt.
Vertreter der irakischen Regierung und der Justiz haben unterdessen die schwedischen Behörden aufgefordert, Salvan Momika auszuliefern, damit er in seinem Heimatland vor Gericht gestellt werden kann. Der Akt der grundlosen Beleidigung des Islams ruft auch in den christlichen Gemeinschaften des Irak, deren Geschichte in den letzten Jahrzehnten von so viel Leid und Not geprägt war, besondere Reaktionen hervor. Der in Qaraqosh, einer mehrheitlich christlichen Stadt in der Ninive-Ebene, geborene Salvan Momika stammt aber aus einer christlichen Familie bezeichnet sich selbst aber als Atheist. Wie aus Kommentaren hervorgeht, die das kurdische Mediennetzwerk „rudaw.net“ bei einigen Christen gesammelt hat, besteht die Sorge, dass jemand versucht, die irakischen christlichen Gemeinschaften mit der Koranverbrennung in Stockholm in Verbindung zu bringen. Aus diesem Grund wurde Momikas Tat von den führenden Vertretern der irakischen christlichen Gemeinschaften umgehend verurteilt. Mar Awa Royel, Patriarch der Assyrischen Kirche des Ostens, gab unmittelbar nach der Verbrennung des Korans eine Erklärung ab, in der er die Tat als das Werk eines "Atheisten irakischer Herkunft" bezeichnete, der Hass verbreiten wolle. Unterdessen bedauerten auch christliche Politiker wie der Minister für Verkehr und Kommunikation der Regierung der Autonomen irakischen Region Kurdistan, Ano Abdoka, die Tat.
In den letzten Tagen sagte auch Papst Franziskus in einem Gespräch mit Hamad Al-Kaabi, dem Direktor der in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinenden Tageszeitung Al-Ittihad, auf die Frage nach der Koranverbrennung in Stockholm, er sei "empört und angewidert von diesen Aktionen".
(GV) (Fides 5/7/2023)


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