AFRIKA/SÜDAFRIKA - Bischof Sipuka: “Wir müssen uns gegen die Pandemie der Korruption wehren“

Montag, 31 August 2020 korruption     bischöfe  

Johannesburg (Fides) – „Wir müssen die ‚Pandemie‘ der Korruption in den Griff bekommen. Es entsteht der Eindruck, als ob Südafrika nur noch dafür bekannt ist", beklagt der Vorsitzende der südafrikanischen Katholischen Bischofskonferenz (SACBC), Bischof Sithembele Sipuka von Mthatha in einer Stellungnahme zu den Gerüchten, dass die Korruption auch die zugewiesenen Hilfsmittel zur Bekämpfung der Covid-19- Pandemie verschlingt.
„Im August nahm die Wut der südafrikanischen Bürger über die Korruption wegen der Mittel für Covid-19 auch aufgrund zahlreicher journalistischer Recherchen zu, die in den sozialen Medien verbreitet wurden", unterstreicht die Erklärung. „Südafrika wird schnell als ein Land bekannt, in dem Korruption eine Lebensweise ist, die derjenigen sehr ähnlich ist, wofür Kenia einst bekannt war. Es wächst die Sorge, dass Korruption die Seele unserer Nation so weit prägt, dass sie zum Synonym für Südafrika wird“. Erst kürzlich wurde auch aus Kenia über eine schwerwiegende Veruntreuung von Geldern zur Bekämpfung der Pandemie berichtet (vgl. Fides 28/8/2020), während bereits am 13. August im Namen der SACBC an Präsident Cyril Ramaphos mit der Bitte Appelliert wurde, "der Korruption ein Ende setzen und das Vertrauen der Bevölkerung in einem solch dramatischen Moment wiederherstellen" (vgl. Fides 18/8/2020).
"Wir müssen gegen Korruption vorgehen“, so der Vorsitzende der SACBC in der aktuellen Stellungnahme, „weil Korruption den Werten widerspricht, die wir als Afrikaner, Christen und Bürger eines demokratischen Landes vertreten“. "Als Afrikaner schätzen wir die Werte der Ubuntu-Philosophie (die Loyalität und gegenseitige Beziehungen der Menschen fördert), und Korruption ist eine Beleidigung dieser Werte, da wir Christen glauben, dass wir eher dienen als uns bedienen zu lassen, während korrupte Politiker das genaue Gegenteil dieser Wert praktizieren und als Demokraten glauben wir, dass Beamte uns gegenüber rechenschaftspflichtig sind, während korrupte Führer betrachten sich niemandem gegenüber rechenschaftspflichtig. "
Bischof Sipuka appelliert deshalb an alle: „Die Zeit, sich nur über Korruption zu beschweren, ist zu Ende; In dieser Zeit von Covid-19 muss auch etwas getan werden, obwohl die Bewegung und die Aktivitäten eingeschränkt sind. Ohne gegen die Sicherheitsmaßnahmen von Covid-19 zu verstoßen, müssen wir beginne kreativ über die Maßnahmen nachzudenken, die ergriffen werden können, weil wir nicht darauf warten können, dass die Covid-19-Pandemie vorbei ist. Jetzt ist unsere Zeit gekommen", so Bischof Sipuka abschließend.
(L.M.) (Fides 31/8/2020)


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