ASIEN/INDIEN - „Sister Doctors Forum of India“: Ein mitfühlendes Modell der Gesundheitsversorgung

Dienstag, 10 April 2018 gesundheitswesen   entwicklung     zivilgesellschaft     schwestern   gottgeweihtes leben  

SDFI

Bombay (Fides) - Mehr als tausend Ordensschwestern mit einem abgeschlossenen Medizinstudium tragen in Indien als Ärztinnen zur Gesundheitsversorgung der Ärmsten und Randgruppen bei. Diese Ordensfrauen schließen sich im „Sister Doctors Forum of India“ (SDFI) zusammen. Die Schwestern gehören insgesamt 104 unterschiedlichen Kongregationen an, die sich dem Dienst an der indischen Bevölkerung widmen und deren Engagement vor allem auf Mitgefühl basiert. „Wir kümmern uns um die gesundheitliche Versorgung der Menschen in abgelegenen und ländlichen Gebieten, in denen die Medizintechnik und die neuesten Technologien noch nicht verfügbar sind“, so die in Mumbai als Frauenärztin tätige Schwester Beena, Vorsitzende des SDFI.
„Wir bieten eine präventive Maßnahmen und Therapien aber auch eine palliative Behandlung in den am stärksten benachteiligten Gebieten unseres großen Landes“, so Schwester Beena weiter, „Wir folgen dabei den Spuren Jesu mit einer großen Leidenschaft für Gott und Mitgefühl mit den Menschen".
"Gesundheitsdienste sind zu einem Geschäft geworden“, so die Ordensschwester zur jüngsten Entwicklung im indischen Gesundheitssystem. „Das Engagement, die Ethik und die Arbeit von Ärzten werden ständig durch wachsende Konsumdenken und eine gewinnorientierte Gesundheitsversorgung herausgefordert. Die Verwirklichung des mitfühlenden Modells der Fürsorge und die Sendung der christlichen Gesundheitsversorgung, die Heilung und Erlösung bringen will, wird dadurch zunehmend schwieriger."
In diesem Zusammenhang tragen die Ordensfrauen eine doppelte Verantwortung: einerseits die Bindung an die christliche Berufung als Ordensleute; auf der anderen Seite, der Dienst als hochqualifizierte Ärzte und die Bindung an die Berufung des Arztes.
In den vergangenen Jahrzehnten konnte das Engagement der Ordensschwestern dazu beigetragen, die Rate der Mütter- und Kindersterblichkeit zu senken. Die meisten von ihnen sind auf Gynäkologie, Pädiatrie oder Chirurgie spezialisiert. Die Schwestern, die sich besonders den Armen und Unterdrückten der Gesellschaft widmen, sehen sich bei ihrer Arbeit täglich mit großen Schwierigkeiten konfrontiert, darunter der Mangel an qualifiziertem Personal, schlechte Infrastrukturen und fehlende medizinische Ausrüstung.
Das SDFI wurde am 5. Juni 1993 im Rahmen der Feier des 50jährigen Jubiläums und der "Catholic Health Association of India" (CHAI) in Kerala gegründet. Im Laufe der vergangenen 25 Jahre entwickelte sich der kleine Verein zu einem Forum mit rund 1000 Ordensschwestern.
(SD) (Fides 10/4/2018)


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