AFRIKA/ÄGYPTEN - Sohn eines von Jihadisten ermordeten Kopten spendet für eine Moschee und eine Kirche

Freitag, 14 Juli 2017 ostkirchen   mittlerer osten   terrorismus   dschihadisten   dialog  

santalessandro.org


Minya ( Fidesdienst) – Der junge Kopte, Michael Atef Munir, Sohn einer der Pilger, die am 26. Mai Opfer eines jihadistischen Anschlags geworden waren, kündigte an, dass er einer Moschee und einer Kirche in der Provinz Minya die Geldsumme spenden will, die die ägyptische Regierung für die Angehörigen von Terrorismusopfern bereitstellt. Die Summe von 100.000 (ca. 5000 €) ist zu je einer Hälfte für die Kirche des Hl. Michael im Dorf Fikriya und die Moschee im Dorf Saft al-Labban bestimmt. Der Sohn von Atef Munir, der zusammen mit weiteren 27 Kopten ermordet worden war, teilte seine Absicht Anfang Juli während einer vom koptisch-orthodoxen Bischof Basilios zelebrierten Gedenkmesse für die Anschlagsopfer im Kloster S.Samuel mit. Am Ende der Messe übergab – so Watani.net – der Gouverneur von Minya, Essam al Bedeiwi, den anwesenden Familien der Opfer die vom Ministerium für Sozialsolidarität zur Verfügung gestellte Summe. Und in diesem Rahmen verkündete Michael die Absicht seiner Familie, den ihnen zustehenden Betrag der Kirche und der Moschee zu spenden.
Diese Geste – erklärte Michael – solle sichtbar machen, dass der jihadistische Versuch einen Keil zwischen Kopten und Muslims zu treiben genau das Gegenteil erreicht habe.
Die am 26. Mai dem Anschlag zum Opfer gefallene Gruppe von Kopten war auf dem Weg zum Kloster S. Samuel, als sie auf dem letzten, nicht asphaltierten Stück des Weges plötzlich von vermummten Männern in Autos angegriffen wurden. Die Terroristen ermordeten mindestens 28 Personen, einschließlich 10 Kinder.
Ab 12, Juli haben die Kirchen und christlichen Gemeinden in Ägypten Pilgerfahrten, Tagungen und Gemeinschaftsausflüge aus Sicherheitsgründen auf Anraten der militärischen und politischen Stellen aufgehoben. Die Unterbrechung der Veranstaltungen wird bis Ende August anhalten. Ägyptischen Media zufolge wurde diese Entscheidung auf polizeilichen Rat hin getroffen. Die Polizei hat inzwischen im Hinblick auf eventuelle weitere jihadistiche Anschläge die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Dies gilt auch für einige wichtige, traditionelle Veranstaltungen, die während des Sommers in Klöstern und Wallfahrtsorten in Ägypten stattfinden. (GV) (Fidesdienst 14/7/2017).


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