ASIEN/INDONESIEN - Katholiken zeigen islamischen Anführer wegen Gotteslästerung an

Dienstag, 10 Januar 2017 islam   jugendliche   zivilgesellschaft   religiöser fundamentalismus   politik   blasphemie   religiöse minderheiten   religionsfreiheit  

Jacarta (Fides) – Der Verband der katholischen Studenten Indonesiens (Perhimpunan Mahasiswa Katolik Republik Indonesia, PMKRI) zeigte den muslimischen Politiker Habib Rizieq Shihab von der islamistischen Front der Beschützer des Islam (FPI) wegen Gotteslästerung an. Habib Rizieq soll in einer Ansprache, die am 25. Dezember im Internet veröffentlicht wurde, den christlichen Glauben beleidigt haben.
Der Vorsitzende des Studentenverbandes Angelo Wake Kako erstattete deshalb Anzeige gegen Habib Rizieq und Fauzi Ahmad der das Video auf seinem "Instagram"-Account veröffentlichte, sowie gegen Saya Reya, wegen Verbreitung des Videos bei "Twitter".
"Die Aussagen Rizieqs über das Weihnachtsfest hat Christen gedemütigt und verletzt”, so Angelo Wake. "Alle Indonesieer sollten Unterschiede und andere Religionen respektieren”. Rizieq wurde auf der Grundlage des Artikels 156 (a) des Strafrechts angezeigt, der für “Blasphemie” eine Höchststrafe von fünf Jahren Haft vorsieht. Auf der Grundlage dieses Paragraphen wurde auch der Gouverneur von Jakarta, Basuki "Ahok" Tjahaja Purnama, angezeigt, der sich vor einem Gericht im Distrikt Nord-Jakarta verantworten muss.
Die Studenten werden bei der Anklage wegen Blasphemie zu Lasten Rzieqs von 149 indonesischen Anwälten unterstützt, die Rechtsbeistand leistern wollen, sollte der Fall vor Gericht verhandelt werden. Unterdessen brachte die Polizie Ermittlungen auf den Weg.
Der Präsident der bischöflichen Kommission für Ökumene und inerreligiöse Angelegenheiten, Bischof Harun Yuwono, würdigt, “den Mut des Verbandes der katholischen Studenten”, befürchtet jedoch eine Reaktion der islamistischen Bewegung. Deshalb wünscht sich der Bischof dass auch die Beleidigung des christlichen Glaubens verurteilen. Auf diese Weise könne man zeigen, dass “Einheit und der interreligiöser Frieden ein Herzensanliegen sind”. "Zum Beispiel sind die Mitglieder der muslimischen Nahdlatul Ulama (NU) nicht einverstanden mit Verhaltensweisen, die den Katholizimus erniedriegen und den Frieden in Indonesien durch die Beleidigung nichtmuslimischer Organisationen stören”, bekräftigt der Bischof.
Der Geschäftsführer der bischöflichen Kommission Pfarrer Agustinus Ulahayanan forderte die Katholiken zur Vorsicht auf "damit keine sozilen und religiösen Konflikte entstehen” und “für Gerechtigkeit, Wahrheit, Unterschiedlichkeit im pluralistischen Kontext Indonesiens einzutreten, indem wir die Religionen achten". Unterdessen zeigte auch das nichtkonfessionele "Student Peace Institute" (SPI) Anzeige gegen Rizieq, “der mit seiner Ansprache Hass verbreitet und die interreligiöse Harmonie in Indonesien untergräbt“.
(PA-PP) (Fides 10/1/2017)


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