ASIEN/BANGLADESCH - Bischof Gomes zur Parlamentswahl: "Christen hegen große Hoffnung für die Zukunft”

Freitag, 13 Februar 2026 wahlen   politik  

Caritas Bangladesh

Dhaka (Fidesdienst) – „Wir waren positiv beeindruckt davon, dass die Wahlen völlig friedlich verliefen. Es gab keine Opfer und keine Gewalt im Zusammenhang mit den Wahlen: Das ist in der Geschichte Bangladeschs beispiellos. Die allgemeine Stimmung war sehr gut, von großer Begeisterung geprägt”, so der Weihbischof der Erzdiözese Dhaka, Subroto Boniface Gomes, gegenüber Fides in einem Kommentar zu den Parlamentswahlen vom 12. Februar. „Wir haben beeindruckende Sicherheitsmaßnahmen gesehen und Soldaten, die das Gebiet und die Wahllokale bewachten. Die Menschen konnten ihr demokratisches Wahlrecht in aller Ruhe ausüben“, bemerkt der Bischof.
Die Wahl brachte den Sieg der „Bangladesh Nationalist Party“ (BNP): „Soweit ich das beurteilen kann“, so Bischof Gomes, „ist dies eine Partei, die von den Minderheiten in Bangladesch im Allgemeinen wegen ihrer gemäßigten Haltung gegenüber den islamistischen Parteien geschätzt wird. Ich stelle fest, dass die bangladeschischen Christen im Großen und Ganzen mit der Geschichte der BNP zufrieden sind und große Hoffnungen für die Zukunft hegen“.
Der Vorsitzende der BNP, Tarique Rahman, hat für den heutigen 13. Februar einen Gebetstag in ganz Bangladesch ausgerufen. „Wir haben diese Aufforderung als ein sehr wichtiges Zeichen verstanden: Es bedeutet, auch das öffentliche Leben wieder auf eine spirituelle Ebene zu bringen. Wir hoffen, dass der Vorsitzende der BNP, der seit 17 Jahren in England lebt, aus dieser Erfahrung etwas Gutes für unser Land mitbringen kann. Er hat deutlich gemacht, dass die Nation Frieden und Stabilität braucht und dass wir alle gemeinsam dafür arbeiten müssen. Als Christen teilen wir diesen Ansatz“, so der Weihbischof.
Die Wahlkommission gab unterdessen bekannt, dass die Wahlbeteiligung bei 60 % lag. Die „Bangladesh Nationalist Part“ (BNP) hat die Mehrheit bei den ersten Wahlen im Land gewonnen, seit studentische Proteste im August 2024 die 15-jährige Herrschaft der ins Ausland geflohenen Politikerin Sheikh Hasina beendet hatten. Hasinas Partei, die „Awami League“, durfte nicht an diesen Wahlen teilnehmen.
Nach den noch nicht endgültigen Ergebnissen hat die BNP über 212 der 300 Sitze im Parlament errungen, was einer Mehrheit von mehr als zwei Dritteln entspricht, während das Bündnis islamistischer Gruppen unter Führung der „Jamaat-e-Islami“ etwa 76 Sitze erhalten haben soll.
Die BNP wird von Tarique Rahman (60) angeführt, der nach siebzehnjährigem Exil in Großbritannien in sein Land zurückgekehrt ist, ist der Sohn der dreimalige Premierministerin Khaleda Zia, die am 30. Dezember verstorben ist. Rahman wird als Premierminister die neue Regierung führen. Die bangladeschischen Wähler haben in einem Referendum mit großer Mehrheit auch einige institutionelle Reformen gebilligt, um die Rückkehr eines autoritären Regimes zu verhindern.
Pater Peter Chanel Gomes, Priester in Dhaka und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke im Land, fügt gegenüber Fides hinzu: „Die Wahl hat gezeigt, dass die Demokratie in Bangladesch lebendig und stark ist. Für viele Bürger waren diese Wahlen eine Erleichterung angesichts von Korruption, Unruhen und Unsicherheit. Die Menschen haben frei und sicher gewählt. Der von Freiheit und Optimismus geprägte Wahltag hat gezeigt, dass das Volk wirklich zur Zukunft des Landes beitragen kann, wenn es die Möglichkeit dazu hat.“
(PA) (Fides 13/2/2026)


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