ASIEN/HEILIGES LAND - Erzbischof Pizzaballa bezeichnet geplantes Verbot von Lautsprechern an Moscheen als “gefährlichen Präzedenzfall”

Dienstag, 20 Dezember 2016 islam   religionsfreiheit  

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Jerusalem (Fides) – Der Apostolische Adminstratror des lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa OFM, übte Kritik an dem von der israelischen Regierung auf den Weg gebrachten Plan, die Lautsprecher von den Moscheen in Israel entfernen zu lassen, mit denen der Muezzin fünfmal am Tag zum Gebet aufruft. “Meiner Ansicht nach ist das ein gefährlicher Präzedenzfall. Ich wünsche mir, dass da Projekt gestoppt wird. Es gibt andere Möglichkeiten der Bekämpfung von Lärmbelästigung”, so Erzbischof Pizzaballa bei einer Pressekonferenz am gestrigen 19. Dezember im Patriarchat von Jerusalem.
Der Gesetzentwurf, den der legislative Ministerausschuss bereits Mitte November billigte, soll die israelischen Bürger vor “Lärm schützen”. Die palästinensische Behörde bezeichnet die Initiative als Provokation, die nach Aussage des palästinensischen Präsidenten Abu Mazen, dazu führen könnte “dass ganze Region in einen Abgrund stürzt”.
Bei der gestrigen Pressekonferenz erinnerte Erzbischof Pizzaballa auch erneut an die von der israelischen Regierung errichtete Trennmauer im Cremisantal Muro, die dort “trotz unsere vielen Appelle an die israelische Regierung gebaut wurde“. Die Enteignung christlicher Familien für das Bauprojekt, so der Erzbischof, sei „eine Beschlagnahme des Erbes“. Mit Bezug auf die Richtlinien, die er von Papst Franziskus bei der Ernennung zum Apostolischen Administrator des lateinischen Patriarchats Jerusalem erhalten hatte, betonte der Erzbischof: „Unsere Ortskirche im Heiligen Land ist sich der Notwendigkeit einer spirituellen Erneuerung bewusst, und plant eine Zeit der Reformen auf administrativer, organisatorischer und pastoraler Ebene”.
(GV) (Fides 20/12/2016).


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