Peking (Agenzia Fides) – Das Gebet für den Frieden steht im Mittelpunkt vieler Prozessionen, liturgischer Feiern und gemeinschaftlicher Rosenkranzgebeten, zu denen in diesen Tagen die Gläubigen der katholischen Gemeinden in allen chinesischen Provinzen zusammenkommen.
Seit dem Abend des 30. April finden in unzähligen katholischer Kirchen und Wallfahrtsorte auf dem chinesischen Festland Liturgien und Prozessionen statt.
Vom Heiligtum von Sheshan bei Shanghai bis zum Heiligtum von Housangyu in Peking, von Kathedralen bis zu kleinen Dorfkapellen versammeln sich kleine und große Gruppen von Katholiken vor dem Altar und den Marienstatuen, um im Marienmonat Mai, in gemeinsamer Andacht um die Fürsprache der Gottesmutter Maria zu bitten.
Die Marienverehrung ist tief im Glauben der chinesischen Katholiken verwurzelt. Sie sehen die Teilnahme an den Gebeten und Liturgien des Marienmonats seit jeher als Gelegenheit und Zeichen der Verbundenheit mit der Weltkirche und den Nachfolgern Petri. In einer Zeit, die von Kriegen zerrissen ist, die ganze Völker leiden lassen, beten Gläubige auch in China dafür, dass die Gemeinschaft bewahrt und der Frieden überall wiederhergestellt werde.
In der Basilika Unserer Lieben Frau von Sheshan in der Diözese Shanghai zelebrierte Bischof Joseph Shen Bin am Nachmittag des 30. April einen feierlichen Gottesdienst zur Eröffnung des Marienmonats. Gläubige aus ganz Festlandchina und dem Ausland nahmen gemeinsam mit Seminaristen des Priesterseminars Sheshan daran teil.
Neben der Bitte um Frieden erläuterte der Bischof von Shanghai die wahre Bedeutung einer Wallfahrt: „Sie besteht nicht nur im Begehen eines Weges oder in der bloßen äußerlichen Ausübung von Riten, sondern berührt die Tiefen des Herzens eines jeden Menschen: Mit jedem Schritt, den wir gehen, entfernen wir uns von der Weltlichkeit und nähern uns immer mehr der Gnade Gottes.“ Deshalb betonte er: „Zuallererst müssen wir im täglichen Gebet verweilen und unser Leben mit dem Wort Gottes nähren. Zweitens müssen wir dem Beispiel der Jungfrau Maria folgen und durch Heiligkeit Zeugnis von unserem Glauben ablegen. Schließlich soll eine Wallfahrt als Mittel der inneren Erneuerung erfahren werden.“
Am Fest des heiligen Josef des Arbeiters zelebrierte der Weihbischof von Shanghai, Joseph Wu Jianlin, am 1. Mai, eine feierliche Messe in der Basilika von Sheshan und rief erneut alle Gläubigen zum Friedensgebet auf.
Zur Eröffnung des Marienmonats gab die Pfarrei Lucheng in der Diözese Wenzhou das Monatsmotto „Marienverehrung: geistliche Vertiefung im Dienst an der Gemeinschaft“ bekannt. Die Pfarrei Qianku eröffnete den Marienmonat bereits am 30. April mit einer feierlichen Prozession und einer Gebetswache, an der tausende Gläubige teilnahmen.
(NZ) (Fides 4/5/2026)