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Rom (Fides) – Die Bischofssynode der Chaldäischen Kirche, die seit Donnerstag, dem 9. April, in Rom tagte, hat an diesem Sonntag Amel Shimon Nona zum Patriarchen der Chaldäischen Kirche gewählt. Er war bisher Erzbischof der chaldäischen Eparchie des Apostels Thomas in Sydney und zuständig für die Seelsorge der chaldäischen Gläubigen in Australien und Neuseeland. Dies berichtet die offizielle Website des chaldäischen Patriarchats und gibt bekannt, dass der neue Patriarch den Namen Paulos III. gewählt hat. Gemäß den kanonischen Bestimmungen wird der Bischof von Rom, Papst Leo XIV., dem neuen Patriarch nach seiner Wahl offizielle die „Ecclesiastica Communio“ gewähren.
Die Synode, an der 17 chaldäische Bischöfe teilnahmen, war in Rom einberufen worden, um einen neuen Patriarchen zu wählen, nachdem Papst Leo XIV. am 10. März den Rücktritt von Kardinal Louis Raphaël Sako vom Amt des chaldäischen Patriarchen angenommen hatte, der die chaldäische Kirche mehr als 13 Jahre lang geleitet hatte.
Amel Shimon Nona wurde am 1. November 1967 in Alqosh, einer Stadt in der Ninive-Ebene, geboren. Nach Abschluss der Sekundarschule trat er 1985 in das Priesterseminar des chaldäischen Patriarchats ein und wurde am 11. Januar 1991 in Bagdad zum Priester geweiht.
Von 1993 bis 1997 war er Vikar der chaldäischen Gemeinde in Alqosh, anschließend bis zum Jahr 2000 deren Pfarrer, bis er sich an der Päpstlichen Lateranuniversität einschrieb. Im Jahr 2005 erwarb er den Abschluss in Theologie und kehrte in seine Heimat zurück, um dort erneut seinen Dienst als Pfarrer in Alqosh auszuüben.
Er war als Generalvikar (protosyncellus) der Erzeparchie Alqosh und Professor für Anthropologie am „Babel College“, der irakischen theologischen Fakultät der chaldäischen Kirche, tätig war, als Papst Benedikt XVI. am 13. November 2009 seiner Ernennung zum Erzbischof von Mosul zustimmte, als Nachfolger des Erzbischofs Faraj Paulus Raho, der im Jahr zuvor entführt und ermordet worden war.
Am 8. Januar 2010 wurde Amel Shimon Nona im Kloster Dair al Sayida in Alqosh vom damaligen Patriarchen Emmanuel III. Delly zum Bischof geweiht.
Am 9. Juni 2014 erobern die dschihadistischen Milizen des Islamischen Staates Mossul, die zweitgrößte Stadt des Irak, die in den folgenden Jahren zur irakischen Hauptstadt ihres so genannten„Kalifats“ werden sollte. Die Christen begannen aus der Stadt zu fliehen uns suchten Zuflucht in der Ninive-Ebene. Erzbischof Nona blieb noch mehrere Wochen in der Stadt. Damals äußerte er sich gegenüber Fides weitsichtig und sagte, er sei auch besorgt im Hinblick darauf, „dass das Leid und die Probleme der Christen im Irak und im Nahen Osten in dieser so unruhigen Zeit zum Vorwand für Panikmache und Propaganda werden könnten, die offensichtlich darauf abzielen, andere Ziele zu erreichen“.
Als sich die Offensive der Dschihadisten dann auf Städte und Dörfer der Ninive-Ebene ausweitet, sah sich auch Erzbischof Nona gezwungen, Mosul zu verlassen. Im Oktober, nachdem auch er nach Ankara geflohen war – einem Vorort von Erbil, der für viele aus Mosul und der Ninive-Ebene geflohene Christen zu einem sicheren Zufluchtsort geworden war –, nahm er an einem dreitägigen Festival teil, das von der chaldäischen Kirche für junge Flüchtlinge organisiert worden. Er bezeichnet dies Fides als „einen Versuch, den Jugendlichen zu helfen, sich nicht in Pessimismus zu verschließen, nicht in Depressionen zu verfallen und zu erkennen, dass der Herr auch in der Situation, in der wir leben, unsere Hoffnung sein kann“.
Am 15. Januar 2015 ernannte Papst Franziskus Amel Shamon Nona zum Bischof der chaldäischen Eparchie des Heiligen Apostels Thomas in Sydney und versetzte ihn von Mosul und mit dem Titel eines Erzbischofs „ad personam“. Die Amtseinführung in Sydney fand am darauffolgenden 7. März statt.
Seitdem widmet sich Erzbischof Nona der Seelsorge für die chaldäische Diaspora in Australien und Neuseeland und erweitert zudem die Liste seiner Veröffentlichungen zu liturgischen, theologischen und pastoralen Themen. Auch die offizielle Website des chaldäischen Patriarchats hebt unter seinen Stärken seine theologische Tiefe, seine Nähe zum Volk Gottes und sein Glaubenszeugnis in schwierigen Zeiten hervor.
(GV) (Fides 12/4/2026)