AMERIKA/CHILE - Bischöfe beenden Vollversammlung: "Zeugen der Hoffnung in einer neuen Zeit“

Freitag, 27 November 2020 soziale lage     politik   menschenrechte   bischofskonferenzen  

Santiago (Fides) - "Wir müssen große Anstrengungen unternehmen, um die Hoffnung jedes Menschen in seiner Familie und in seinem Bildungs-, Arbeits- und Gemeinschaftsumfeld zu erneuern", so diemchilenischen Bischöfe in ihrer Botschaft zum Beginn der Adventszeit und zum Ende ihrer Vollversammlung, die per Videokonferenz vom 9. bis 12. und vom 24. bis 25. November tagte. "Unser Land”, so die Bischöfe, “erlebt schwere Momente, die Einzelpersonen und ganz Familien betreffen, in einer komplexen gesundheitlichen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Situation und in einem bedeutenden Prozess, der durch den großen Wunsch nach einer gerechteren Gesellschaft gekennzeichnet ist".
Covid-19 habe alle dazu gezwungen, den Lebensstil zu ändern und Opfer zu bringen, insbesondere um den Schwächsten zu helfen. In der Botschaft weisen die Boischöfe darauf hin, weiterhin "Situationen anhaltender Gewalt" bestehen, die insbesondere Frauen und Kinder betreffen. Die gegenseitige Verunglimpfung in der politischen Debatte und die schwache Führung des Landes "haben die Krise im sozialen Bereich verschärft", unterstreichen die Bischöfe, die die Behörden einladen, “sich den Herausforderungen zu stellen, die wir als Land haben, und dabei insbesondere an die Ärmsten und Schwächsten zu denken.“
"Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Aggression und Einschüchterung als legitime Art des Zusammenlebens druchsetzen", wiederholen die Bischöfe und erinnern daran, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen jeden Tag für eine würdigere Zukunft kämpft und dabei andere respektiert. Die Bürger hätten bei friedlichen Wahlen ihre Meinung geäußert, die die gehört werden müsse (vgl. Fides 27/10/2020). „Was uns alle angeht”, so die Bsichöfe, “ist die Zusammenarbeit dafür, dass der eingeschlagene Weg in Frieden und auf klare Weise verwirklicht wird”. Gewählte Politiker sollen „vor allem dem Gemeinwohl der Gesellschaft dien“, und „dies erfordert die Offenheit aller für einen aufrichtigen und offenen Dialog. Auch in der Kirche sind wir als Hirten bereit, zu hören, was das Volk Gottes uns sagen will.“
Schließlich erinnern die Bischöfe daran, dass "Christen aufgerufen sind, sich an den relevanten Angelegenheiten der Gemeinschaft zu beteiligen". Man habe Solidarität in Zeiten der Knappheit und Pandemie gezeigt und Migranten unterstützt und Ressourcen mit Blick auf die Klimakrise mobilisiert: „Heute geht der konstituierende Prozess uns alle an“. Im Laufe der Jahrhunderte seien verschiedene Völker, einschließlich des chilenischen, durch die Werte des Evangeliums, durch die unveräußerliche Würde jedes Menschen, durch Gerechtigkeit, Frieden, das Gemeinwohl und viele andere geliebte Werte erleuchtet worden. "Wir hoffen”, so die Bischöfe abschließend, „dass die von den Bürgern demokratisch gewählten Volksvertreter diese Werte in eine Charta umsetzen können, in grundlegende Gesetze und Entscheidungen, die die menschlichen Werte zum Wohl aller respektieren."
(SL) (Fides 27/11/2020)


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