ASIEN/INDONESIEN - Jesuiten und Muslime fördern Dialog im Bildungswesen

Mittwoch, 18 September 2019 dialog   religiöse minderheiten   bildungswesen   schule   universität   islam  

Yogyakarta (Fides) – Bei einem Treffen, dass in den vergangenen Tagen in Yogyakarta auf der indonesischen Insel Java stattfand, bekräftigten die "Jesuits and the Muslim Intellectuals Association" (JAMIA) und das "Asian Muslim Action Network" (AMAN) das gemeinsame Engagement für die Förderung des islamisch-christlichen Dialogs in Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, und in ganz Asien, insbesondere in Bildungseinrichtungen und Universitäten.
"Erstmals kamen damit Jesuiten und muslimische Intellektuelle im Geiste der Brüderlichkeit und Zusammenarbeit zusammen, um Bildungsprogramme für den islamisch-christlichen Dialog in Asien, insbesondere unter jungen Menschen, zu erarbeiten. Darüber hinaus wurden Formen der Zusammenarbeit Bereich Unterstützung, soziale Dienste, Bildung in Asien auf den Weg gebracht", so der Jesuitenpater Greg Soetomo, der als Sekretär bei der Konferenz der Jesuiten für Asien und den Pazifik (JCAP) für den Dialog mit zuständig ist.
Beide Delegationen erörterten gemeinsam Wege zur Förderung der Harmonie und des Gemeinwohls. Dabei wiesen die Delegierten darauf hin, dass der heutige Radikalismus, Fundamentalismus, Intoleranz und die Kultur der Gewalt zu einer Art „Kultur gegen das Leben“ in Asien führt. In diesem Zusammenhang wollen die Jesuiten und die islamischen Delegierten der sozialen, kulturellen, politischen und religiösen Mission der Religionen Aufmerksamkeit schenken und nach Wegen suchen, um Versöhnung, Harmonie und Gerechtigkeit in der Welt wiederherzustellen.
Die in Asien lebenden Jesuiten bemühen sich im Rahmen verschiedener Initiativen um den Dialog mit anderen Religionen: an verschiedenen Bildungseinrichtungen, darunter Vidyajyoti College of Theology (Delhi, Indien), die Sanata Dharma Universität (Yogyakarta, Indonesien) und das Henry Martyn Institut (Hyderabad, Indien) in Indien veranstalten regelmäßig Kurse mit muslimischen Gelehrten und Instituten. Vor diesem Hintergrund wollen AMAN und JAMIA an der Entwicklung eines gemeinsamen Lehrplans für den muslimisch-christlichen Dialog, der an Jesuitenschulen und -universitäten in Asien sowie an islamischen Institutionen entwickeln.
"Ich bin dankbar, dass Pater Soetomo seit über zwei Jahrzehnte an uns Laiinnen glaubt, die sich für den muslimisch-christlichen Dialog und die Friedensarbeit einsetzen und uns eingeladen hat, zum Erfolg ihrer Initiativen im asiatischen Raum beizutragen", so Frau Prof. Marites Guingona Africa vom JAMIA zum Engagement von Frauen für den interreligiösen Dialog. Mona Pangan, Professorin an der Xavier-University in Cagayan de Oro auf den Philippinen, erklärt: "der Dialog mit führenden Vertretern der muslimischen Intellektuellen und Freunden in Indonesien waren wirklich überwältigend. Es war ein sehr fruchtbares und produktives Treffen. Dieser offene Dialog zwischen Christen und Muslimen ermöglicht es über Wunden, Vorurteile und Misstrauen die Vision des Islam und seiner Anhänger hinauszugehen".
Asien ist der größte und bevölkerungsreichste Kontinent der Welt und die Wiege vieler Religionen wie Buddhismus, Christentum, Konfuzianismus, Hinduismus, Islam, Jainismus, Judentum, Shintoismus, Sikh, Taoismus und Zoroastrismus. In Asien leben ungefähr 1,1 Milliarden Muslime (24,3% der Gesamtbevölkerung), während ungefähr 7,1% der asiatischen Bevölkerung christlichen Glaubens sind.
(SD) (Fides 18/9/2019)


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