ASIEN/IRAK - Premierminister Haider al Abadi: “Christen sollen bald nach Mossul zurückkehren”

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Mossul (Agenzia Fides) – Nach der Befreiung Mossuls durch die Milizen des so genannten Islamischen Staates (IS), die die Stadt seit Juni 2014 belagerten, sollen “alle Vertriebenen und Anhänger aller Religionen und insbesondere die christlichen Mitbürger in die eigenen Häuser zurück kehren”, denn “unser Zusammenleben ist die wichtigste Antwort, die wir dem IS geben können“. Mit diesen Worten wandte sich der irakische Premierminister Haider al Abadi am gestrigen 10. Juli an eine christliche Delegation, die das Hauptquartier der irakischen Armee in der Region besuchte. Bei der Begegnung betonte al Abadi, dass "die Unterschiede für uns Anlass zu Stolz sind und gepflegt werden müssen, damit der Plan des IS zunichte gemacht wird, der dem Irak eine einheitliche Farbe überstülpen wollte und damit eine Einheit vernichten wollte, die im Laufe der Jahrtausende entstanden ist”. Der irakische Premierminister forderte seine Regierung auf, alle Bürger zu schützen und unabhängig von der ethnischen und religiösen Zugehörigkeit Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, damit jede Art der Diskriminierung zugunsten des Zusammenlebens bekämpft wird, „und dies gilt auch unter den Einwohnern der Niniveh-Ebene”.
Am Sonntag den 9. Juli besuchte al Abadi Mossul um den Soldaten für ihre Arbeit zu danken und die Niederlage des IS bekannt zu geben: in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Ansprache erklärte er am 10. Juli Mossul offiziell als „befreit“. Dem waren neunmonatige militärische Operationen vorangegangen. Bei seiner Rückkehr nach Bagdad wurde der Premierminister von den Bürgern der Stadt gefeiert. Unterdessen gratulierte auch der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako der Regierung und dankte allen, die zur Befreiung Mossuls beigetragen haben. “Dieser Sieg“, heißt es in einer offiziellen Verlautbarung des Patriarchats, “ist der Beweis dafür, dass die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, Einheit erfordern”. Der Patriarch spricht im Namen der chaldäischen Kirche allen zivilen Opfern sein Beileid aus und wünscht sich für das Land eine „Zeit der Aussöhnung’“, die den Aufbau eines “zivilen, starken und modernen Staates“ ermöglicht.
(GV) (Fides 11/7/2017)


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