AFRIKA/ÄGYPTEN - Al Azhar lehnt von Präsident al-Sisi angeregte Ungültigkeit der islamischen Scheidung “durch Aussprechen der Scheidungsformel” ab

Dienstag, 7 Februar 2017 scheidung   islam   schariah   frauen   diskriminierung  

divorcepapers.com

Kairo (Fides) – Der Ältestenrat der sunnitischen Al-Azhar-Universität lehnt den jüngst von Präsident Abdel Fattah al-Sisi angeregten Vorschlag ab, die Scheidung “durch einfaches Aussprechen der Scheidungsformel” abzuschaffen, mit dem sich muslimische Männer von ihren Frauen trennen können. In einer offiziellen Erklärung betonte der Ältestenrat am vergangenen 5. Februar, dass die “Scheidungsformel” weiterhin Gültigkeit besitzt. Sie entspreche den Bedingungen des islamischen Gesetzes und sie bereits zur Zeit des Propheten Mohammed eingeführt worden.
Wenn es zu einer Scheidung “durch Aussprechen der Scheidungsformel” kommt, sollen muslimische Männer dies den zuständigen Behörden mitteilen, damit die Rechte der Frau und der Kinder entsprechend der islamischen Gesetze geschützt werden können. Dem Anstieg der Scheidungsrate, so der Ältestenrat, müsse mit erzieherischen Maßnahmen durch “Medien, Kunst, Kultur und Allgemeinwissen” entgegenwirken.
Der ägyptische Staatschef hatte am vergangenen 24. Januar (vgl. Fides 25/1/2017) bei einer offiziellen Feier für Polizeibeamte seine Sorge über die Zunahme der Scheidungen zum Ausdruck gebracht und sich dabei auf staatliche Statistiken bezogen, die dokumentieren, dass 40% der rund 900.000 pro Jahr in Ägypten geschlossenen Ehen innerhalb der ersten fünf Jahre geschieden werden. Als Maßnahme zur Bekämpfung des Phänomens hatte al-Sisi angeregt, dass eine Scheidung nur gültig sein soll, wenn sie im Beisein eines staatlich beauftragten Standesbeamten stattfinden.
(GV) (Fides 7/2/2017)


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