Pfarrgemeinden und Caritas helfen von Waldbränden in Spanien Betroffenen: “Die Menschen haben sich umarmen lassen”

Dienstag, 28 Juli 2026 ortskirchen   caritas   aufnahme   vertriebene   naturkatastrophen  

Archidiócesis de Madrid


Von Laura Gómez Ruiz
Madrid (Agenzia Fides) – Über 150.000 Hektar Land wurden von Flammen verwüstet, und mehr als 79.000 Menschen mussten evakuiert werden oder in ihren Häusern bleiben. Dies verdeutlicht das Ausmaß der Notlage, die in den letzten Tagen mehrere Regionen Spaniens heimgesucht hat. Von den Bränden, die zu den schwersten der letzten Jahre zählen, sind insbesondere Madrid, Ávila, Toledo und Castellón betroffen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser vorübergehend verlassen, und lokale Gemeinschaften und Rettungsdienste wurden auf die Probe gestellt.
Das spanische Volk, das erst vor wenigen Wochen Papst Leo XIV. zu seinem Apostolischen Besuch empfangen hatte, zeigt nun eine breite Solidarität und Hilfsbereitschaft gegenüber den Betroffenen. „Mit Blick auf die verheerenden Waldbrände, die in diesen Tagen mehrere Orte in Frankreich und Spanien heimgesucht haben, drücke ich meine Anteilnahme aus und rufe alle dazu auf, für die Betroffenen und für die Arbeit der Rettungskräfte zu beten“, sagte der Papst nach dem Angelusgebet am Sonntag, dem 26. Juli
Inmitten von Rauch und Evakuierungen erstreckt sich die kirchliche Hilfe über die verschiedenen vom Feuer betroffenen Gebiete: Die kirchliche Gemeinschaft ist überall dort präsent, wo Menschen sind, schafft Räume, feiert den Glauben und bietet ein offenes Ohr.
Von ländlichen Pfarreien bis hin zu provisorischen Notunterkünften haben Bischöfe, Priester, Caritas und Freiwillige die Nähe zu den Menschen zu ihrer wichtigsten Hilfe gemacht.

Wenn die Pfarrgemeinde zum Zuhause wird

In Navalagamella, einer der von den Bränden in der Umgebung von Madrid betroffenen Städte, blieb Pfarrer Alfonso Rodríguez während der Evakuierung bei seinen Mitbürgern. Der Aufbruch aus der Stadt, der von Sorge und Bestürzung geprägt war, hatte auch einen symbolischen Moment: Die Kirchenglocken läuteten als erste, um die Bewohner zur Evakuierung aufzurufen.
Anschließend begleitete der Pfarrer die Evakuierten in die provisorische Notunterkunft in Alcobendas, wo er mit ihnen die Eucharistie feierte. Dort bot die Kirche mehr als nur materielle Hilfe: eine Präsenz, die inmitten der traumatischen Situation etwas Ruhe und Gelassenheit spendete.
Ähnliches geschah in Las Rozas. In der Sporthalle „La Marazuela“, die für die 285 Evakuierten in eine Notunterkunft umgewandelt worden war, feierte Pfarrer José Antonio Buceta von der Pfarrei „San Miguel Arcángel“ die Messe mit den Anwesenden. „Die Menschen ließen sich umarmen“, erklärte der Pfarrer gegenüber „Alfa y Omega“, „Sie brauchten diese Umarmung der Kirche.“

Bischöfe und Diözesen an der Seite der Betroffenen

In Madrid rief Kardinal José Cobo, Erzbischof der Hauptstadt, alle Pfarrgemeinden zum gemeinsamen Gebet für die Betroffenen auf: die Familien, die ihre Häuser verlassen mussten, diejenigen, die ihr Hab und Gut verloren haben, sowie die Einsatzkräfte und Freiwilligen, die gegen die Brände kämpfen. Der Erzbischof besuchte persönlich einige der Vertriebenen, um mit sich mit ihnen auszutauschen und aus erster Hand von den dramatischsten Stunden zu erfahren, die sie aufgrund der Brände durchgemacht hatten.
Auch im Bistum Getafe boten Priester, Pfarreien und Freiwillige, den Betroffenen Unterstützung an. Angesichts der sich ausbreitenden Flammen ordnete das Bistum die vorsorgliche Evakuierung mehrerer Gemeinden und Kirchengebäude an, darunter auch des Priesterseminars, in dem sich etwa 250 Jugendliche aufhielten. Weihbischof José María Avendaño besuchte zudem mehrere der zu Notunterkünften umfunktionierten Sporthallen, um mit den Vertriebenen zu sprechen.
In Ávila bekundete Bischof Jesús Rico García die Verbundenheit des Bistums mit den betroffenen Gebieten und stellte kirchliche Ressourcen zur Verfügung, um deren Bedürfnisse zu decken. Pfarreien in der Provinz boten ihre Säle als mögliche Notunterkünfte an, während die Priester in der Stadt Ávila gebeten wurden, ihre Kirchen und Pfarrgebäude geöffnet zu halten. Darüber hinaus stehen das Priesterseminar und das Exerzitienhaus für Evakuierte sowie für Einsatzkräfte von Sicherheitskräften und Feuerwehr zur Verfügung, die Ruhe, Unterkunft oder andere Unterstützung benötigen.
Im Erzbistum Toledo besuchte Erzbischof Francisco Cerro Chaves die von den Bränden in der Sierra de San Vicente und der Umgebung von Ávila Vertriebenen. Sie wurden auf dem Messegelände von Talavera de la Reina untergebracht. Während des Treffens hörte er sich ihre Sorgen an und vermittelte ihnen Hoffnung und Zuversicht. Er versicherte ihnen die Gebete der gesamten Diözesangemeinde.
Im Bistum Segorbe-Castellón hat das Priesterseminar in Segorbe seine Pforten geöffnet und über hundert Menschen aufgenommen, die aufgrund des Brandes im Vall d'Uixó evakuiert wurden. Sie kommen aus Chóvar, Almedíjar, Azuébar, Eslida, Torralba del Pinar und anderen Ortschaften der Sierra de Espadán. Das Seminar bietet den Betroffenen Unterkunft und Unterstützung, solange der Notstand andauert. Gleichzeitig werden Arbeitsteams organisiert, um die notwendige Hilfe zu gewährleisten, sollte die Situation anhalten. Diese Initiative wurde in der Region Valencia auf den Weg gebracht, wo Brände bereits über 18.000 Menschen in mehr als 18 Gemeinden zur Evakuierung gezwungen haben.

Caritas und die Hilfe nach dem Brand

Neben der geistlichen Begleitung hat die spanische Kirche auch ihre sozialen Dienste aktiviert. Diözesane Caritas-Organisationen und kirchliche Freiwilligennetzwerke haben ihren Dienst in den Gebieten aufgenommen, in denen Binnenvertriebene leben. Sie begleiten Evakuierte und kümmern sich um deren dringendste Bedürfnisse.
Dazu gehört insbesondere die Begleitung von Familien mit Kindern. Für diese Familien haben Freiwillige Veranstaltungen und Initiativen organisiert, die die von Angst und Entwurzelung geprägte Situation erträglicher machen sollen. Zu den Hilfsmaßnahmen gehört auch die Zubereitung von Mahlzeiten und der Deckung des täglichen Bedarfs derjenigen, die gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen.
Die kirchliche Hilfsorganisation hat ihre Unterstützung für evakuierte ältere Menschen, insbesondere für jene in besonders schwierigen Lebenslagen, verstärkt. Freiwillige der Caritas boten im Wohnheim der Barmherzigen Schwestern den durch die Brände vertriebenen Senioren ein offenes Ohr, Gesellschaft und Unterstützung.
Der Notfall ist nicht mit dem Löschen der Flammen beendet. Es beginnt eine längere Phase des Wiederaufbaus: die Wiederherstellung von Häusern, die Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten und die Begleitung der betroffenen Gemeinschaften. Auf diesem Weg wird die örtliche Kirche die betroffenen Familien weiterhin unterstützen, in Zusammenarbeit mit den Institutionen und dem gesamten Solidaritätsnetzwerk.
(Fides 28/07/2026)


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