AMERIKA/VENEZUELA - Nach verheerenden Erdbeben: Gebete und Hilfsprogramme der katholischen Kirche

Sonntag, 28 Juni 2026 krisengebiete   erdbeben   naturkatastrophen   ortskirchen   päpstliche missionswerke   papst leo xiv.  

Unicef.it

Caracas (Fides) – „Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen und dem zerschlagenen Geist bringt er Hilfe“. Mit diesen Worten aus Psalm 34 betet Pfarrer Ricardo Guillén Dávila, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Venezuela, inständig darum, dass der Herr allen Venezolanern in Anbetracht der Tragödie des Erdbebens, das ihr Land erschüttert und eine noch unbekannte Zahl von Opfern sowie verheerende Zerstörungen verursacht hat, seine Nähe spüren lässt. Laut Angaben von UNICEF benötigen mindestens 1,8 Millionen Venezolaner Hilfe, darunter 680.000 Kinder.
In einer an diesem Samstag (27. Juni) veröffentlichten Mitteilung bekräftigt Pfarrer Ricardo Guillén Dávila, dass der durch das Erdbeben verursachte Schmerz auch „die empfindlichsten Fasern unserer Missionsfamilie“ berührt. Zu den ersten bestätigten Opfern des Erdbebens gehören Alejandro Osorio, ein Jugendlicher aus Centimisión, und drei junge Menschen, Chantal Olivo, Nayra Camacho und Juan Mieles, von der Jugendbewegung des „Hogar de Cristo“ der Pfarrei „Santo Domingo de Guzmá“ in Tanaguarena (Diözese La Guaira), die dem Päpstlichen Kinder- und Jugendmissionswerk und dem Päpstlichen Werk für die Glaubensverbreitung angehören. „Sie haben in ihrem Leben die Schönheit der Freundschaft mit Jesus und jenen wunderbaren missionarischen Eifer erfahren, der sie dazu bewegte, seine Liebe zu verkünden“, so Pater Dávila, „Obwohl wir heute um ihren Verlust trauern, tröstet uns die Gewissheit, dass der Herr sie mit offenen Armen in seine ewige Gegenwart aufnimmt, wo es keinen Schmerz mehr gibt, und sie zu unseren Fürsprechern im Himmel macht. Wir bitten die Priester und Diözesandirektoren der Päpstlichen Missionswerke, die Eucharistie für das Seelenheil der Verstorbenen zu feiern. Wir beten inständig zum Gott allen Trostes und schließen uns dem Gebet für ihre Familien und alle an, die um den Verlust ihrer Lieben trauern. Wir bitten den Heiligen Geist, sie zu umarmen und ihnen den Frieden, die Zärtlichkeit und die Kraft zu schenken, die sie brauchen, um diese Zeit tiefen Leids zu ertragen und in dem auferstandenen Christus Zuflucht und Heil zu finden.“

Bischöfe laden zum Gebet ein und Papst Leo bringt seine Verbundenheit zum Ausdruck

Am diesem Sonntag (28. Juni) riefen die Bischöfe Venezuelas alle Diözesen, Pfarreien und Gemeinden des Landes zu einem Gebetstag für die Opfer, Verletzten und die von der Katastrophe betroffenen Gemeinden auf, insbesondere in den Gebieten um Caracas, La Guaira, Puerto Cabello, Morón und Tucacas.
In ihrer Einladung baten die Bischöfe alle, „auf Gott zu vertrauen, damit das gemeinsame Gebet ein Trost sei, der den Schmerz lindert und jedem leidenden Bruder und jeder leidenden Schwester Hoffnung schenkt“. Sie sprachen außerdem „den Schwesterkirchen des Kontinents, Papst Leo XIV. und der internationalen Gemeinschaft ihren tiefen Dank für ihre prompte Anteilnahme und Unterstützung aus“. Die venezolanischen Bischöfe dankten zudem den unermüdlichen Einsatzkräften der Rettungsdienste, des Katastrophenschutzes, des medizinischen Personals und der freiwilligen Helfer bei den Rettungsaktionen.
Unterdessen wandte sich auch Papst Leo XIV. beim Angelusgebet an diesem Sonntag (28. Juni) auf Spanisch an die Menschen in Venezuela: „Ich möchte den venezolanischen Schwestern und Brüdern, die von den jüngsten Erdbeben mit zahlreichen Todesopfern und Verletzten sowie enormen Sachschäden betroffen sind, meine Verbundenheit aussprechen. Während ich zum Herrn für die ewige Ruhe der Verstorbenen bete, bekräftige ich meine geistliche Nähe zu deren Angehörigen, zu den Verletzten und zu all jenen, die von dieser Tragödie getroffen wurden. Ebenso möchte ich all jenen meine Dankbarkeit aussprechen und meinen Zuspruch geben, die sich großzügig an den Such- und Hilfsmaßnahmen beteiligen“, so der Papst wörtlich.

Der Bericht von Pater Deiby Fuenmayor

Pater Deiby Fuenmayor, ein Missionar vom Heiligsten Herzen Jesu (Herz-Jesu Missionare), lebt und arbeitet in der Kirchengemeinde zum Heiligen Kreuz in einem Arbeiterviertel der Erzdiözese Caracas. Er berichtet Fides über die Koordination der Hilfsmaßnahmen der kirchlichen Gemeinschaft für die am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen in der venezolanischen Hauptstadt.
Die Hilfsprogramme werden direkt vom Erzbischof von Caracas, Raúl Biord Castillo, koordiniert, der unmittelbar nach der Katastrophe gemeinsam mit den Weihbischöfen die am stärksten betroffenen Pfarreien persönlich besuchte. „Um Mut zuzusprechen, unsere Unterstützung zuzusichern … um unsere Türen für unsere Brüder und Schwestern zu öffnen“, so Pater Deiby. Es wurden bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den Betroffenen in den Vierteln von Caracas zu helfen, darunter die Sammlung und Verteilung von Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. Jede Pfarrei sammelt Spenden und leitet sie an die von der Erzdiözese eingerichteten Sammel- und Verteilzentren weiter. „Wir brauchen Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Konserven, Isomatten… viele Menschen schlafen im Freien, in Parks, weil ihre Häuser unbewohnbar sind. Daran arbeiten wir“, betont Pater Deiby und fügt hinzu: „Obwohl wir uns in einem Arbeiterviertel befinden, sind die Menschen sehr großzügig.“
Viele Menschen haben in weniger betroffenen Pfarreien Unterschlupf gefunden, in denen Notunterkünfte eingerichtet wurden. „In Kirchen, in Pfarrsälen“, so der Missionar „übernachten Menschen auf Matratzen, die ihnen Nachbarn zur Verfügung gestellt haben, und warten darauf, dass die Behörden mit internationaler Unterstützung eine Möglichkeit finden, die Familien in neuen Häusern unterzubringen.“
Eine Liste der Kirchen im Erzbistum, in denen die Gläubigen die Kommunion empfangen können, wurde veröffentlicht, ebenso wie eine Liste der Kirchen, die aufgrund der Erdbebenschäden nicht geöffnet werden können. Darunter befindet sich auch die Pfarrkirche, in der Pater Deiby arbeitet und in der die Gemeindemitglieder bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen haben, „um das Ausmaß der Schäden zu beurteilen, die Reparaturen zu erleichtern und die Kirche so schnell wie möglich wieder für Gottesdienste zu öffnen.“
(JT-EG) (Fides 28/6/2026)


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