AFRIKA/KAMERUN - “Unsichtbare Kinder”: Kindermissionswerk bringt Hilfsprojekt für Kinder ohne Geburtsurkunde auf den Weg

Freitag, 17 April 2026 kindermissionswerk   kindheit   päpstliche missionswerke   krisengebiete  

Bafia (Fides) – Im Bistum Bafia leben etwa 20.000 Kinder ohne Geburtsurkunde. Kinder, deren Geburtsurkunde nicht existiert. Kinder, die für den Staat, die Zivilgesellschaft und die Kirche nie „geboren“ wurden.
„Das Problem fehlender Geburtsurkunden ist in den meisten unserer Diözesen, insbesondere in den großen Städten, Realität“, berichtet der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Kamerund, Pfarrer Cletus Ashu Amah, gegenüber Fides, am Rande des Papstbesuchs in seinem Land. „Die Ursache dieses Phänomens“, so Pfarrer Cletus, „liegt im Krieg und in extremer Armut. Vor allem im englischsprachigen Teil des Landes kommt es zu vielen Vertreibungen, darunter von Kindern, Jugendlichen, Familien und ganzen Gemeinschaften. Manche vertriebene Mädchen geraten in die Prostitution, werden schwanger, und manche dieser Kinder werden ausgesetzt. All dies ohne Geburtsurkunde.“
Die Wahrung der Identität von Kindern, ihr Schutz vor Gefahren wie Menschenhandel und Missbrauch sowie der Zugang zu grundlegenden sozialen Dienstleistungen wie dem Recht auf Bildung und Gesundheitsversorgung und die Teilhabe am sozialen und religiösen Leben sind die Ziele eines Projekts, das vom Päpstlichen Kindermissionswerk für gefährdete Kinder im Bistum Bafia unterstützt wird und jüngst von der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden des Bistums vorgestellt wurde. Das Projekt dokumentiert und analysiert das Phänomen nicht nur, sondern bringt auch konkrete Maßnahmen auf den Weg, um es im größeren Kontext zu bekämpfen.
Der zivile und humanitäre Aspekt dieses Projekts ist Teil der größeren Mission des Päpstlichen Kindermissionswerks, das gemäß dem Motto des Gründers, Bischof Charles de Forbin-Janson, „Kinder helfen Kindern“, zur christlichen und missionarischen Bildung von Kindern beiträgt.
Das Projekt, das mehrere Phasen umfasst, beinhaltet Sofortmaßnahmen wie die Organisation mobiler Einheiten zur Registrierung, die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden in besonders gefährdeter Gebiete, die Einrichtung temporärer Registrierungszentren in Pfarreien, Schulen und Gesundheitseinrichtungen sowie die Erleichterung des Prozesses durch rechtliche und administrative Unterstützung, einschließlich Kostensenkungen.
Zusätzlich zu diesen Aktivitäten wurde eine umfassende Aufklärungskampagne zu diesem Thema gestartet, unter anderem in Zusammenarbeit mit Radiosendern.
„Die Anerkennung einer Person, die Ausstellung ihrer Geburtsurkunde, ist der erste Akt der sozialen und rechtlichen Anerkennung der Würde eines Kindes. Das Projekt betont, dass jedes Kind, ob reich oder arm, in Gottes Augen unschätzbar wertvoll ist und Anerkennung verdient“, heißt es in der Projektbeschreibung. Es soll den Kindern der Kindermissionswerke als katechetisches Hilfsmittel dienen, wobei kleinerer Spendenbeträge gesammelt werden und Kinder zum Gebet für dieses Anliegen eingeladen werden. Dabei werden auch Informationsmaterialien verteilt, damit Kinder sich aktiv in einer karitativen Aktion für bedürftige Gleichaltrige in ihrer Diözese einsetzen.
„Auf nationaler Ebene arbeiten wir als Päpstliche Missionswerke derzeit an einem Projekt für diese Kinder, das zunächst in zwei Diözesen startet. Die Kinder werden identifiziert, ihre Geburtsurkunden werden ausgestellt und ihnen wird eine umfassende Ausbildung angeboten, die ihnen eine gute Grundlage für ihre Zukunft bietet“, so Pfarrer Cletus abschließend, „Unser Büro kooperiert außerdem mit mehreren Waisenhäusern, die vertriebene, verlassene und verwaiste Kinder aufnehmen. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist dabei die Nachverfolgung der Ausstellung von Geburtsurkunden.“
(EG) (Fides 17/4/2026)


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