AFRIKA/KAMERUN - Erzbischof von Douala wünscht Freilassung von Gefangenen und Mentalitätswandel im Zusammenhang mit dem Besuch von Papst Leo XIV.

Montag, 13 April 2026

Yaoundé (Fides) – Der Besuch von Papst Leo XIV. möge die Gelegenheit bieten, die ohne Gerichtsverfahren inhaftierten Gefangenen freizulassen. Diesen Wunsch brachte Erzbischof Samuel Kleda von Douala während der Pressekonferenz am vergangenen 9. April zum Ausdruck.
„Der Papst kommt, um uns die Frohe Botschaft zu verkünden“, so Erzbischof Kleda. „Was ist für uns die Frohe Botschaft in Kamerun?“, fragt er sich in diesem Zusammenhang. „Es ist der Frieden. In diesem Moment brauchen wir alle in Kamerun Frieden. Der Papst lädt uns mit seinem Besuch alle ein, Friedensstifter zu sein“, fuhr er fort.
„Unser Land hat viele Krisen durchlebt, einige davon dauern noch an“, betonte der Erzbischof und deutete damit an, dass er sich auf den Konflikt in den anglophonen Regionen bezog (vgl.Fides 31.3.2026). „Der Nutzen, den wir uns von diesem Besuch erhoffen, besteht darin, uns (...) als Friedensstifter zu engagieren.“
Neben der Krise in den englischsprachigen Regionen im Norden und Süden des östlichen Teils des Landes befindet sich Kamerun in einer tiefen Wirtschaftskrise, auf die Erzbischof Kleda Bezug nahm, als er erklärte: „Zu viele Menschen leiden, zu viele Menschen haben keine Arbeit. Nach dem Besuch des Papstes haben wir die Gelegenheit zu zeigen, dass wir in der Lage sind, unser Land zu verändern.“
Besorgniserregend ist zudem die politische Lage nach den Unruhen im Anschluss an die Präsidentschaftswahlen vom vergangenen Oktober, bei denen der 92-jährige Paul Biya zum achten Mal zum Staatschef wiedergewählt wurde – in einer Wahl, die nach Ansicht der Opposition und verschiedener externer Beobachter von schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten geprägt war. Bei den Demonstrationen nach der Wahl wurden mehrere Personen festgenommen, insbesondere in Douala, das das Epizentrum der Proteste gewesen war.
Auf diese Menschen bezog sich auch Erzbischof Kleda. „Es kam zu einer Krise nach den Wahlen, in deren Folge viele Menschen festgenommen wurden. Einige von ihnen wurden freigelassen, aber viele befinden sich noch immer im Gefängnis. In den Gefängnissen sitzen zudem Menschen, die nie vor Gericht gestellt wurden.“
„Dies ist eine Gelegenheit“, so der Erzbischof mit Blick auf den Besuch des Papstes, „uns dafür einzusetzen, diese Situation zu ändern und alles zu tun, um die Freilassung unserer Brüder zu erreichen“, erklärte der Erzbischof von Douala.
„Es ist bereits das vierte Mal, dass der Papst nach Kamerun kommt. Das ist ein besonderer Segen“, so Erzbischof Kleda, der sich dabei auf die früheren Besuche im Land, bevor Robert Francis Prevost zum Papst gewählt worden war. „Tatsache ist, dass wir keine Heiligen sind, dass es uns nicht gelungen ist, das Evangelium in die Tat umzusetzen. Der jetzige Besuch des Papstes ist eine neue Gelegenheit zur Erneuerung und dazu, dafür zu sorgen, dass unsere Gesellschaft in Frieden leben kann“, betonte der Erzbischof. „Das bedeutet, dass das Gemeinwohl, d.h. die Ressourcen des Landes mit allen geteilt werden müssen, entsprechend den Bedürfnissen jedes Einzelnen, wie es uns die Apostelgeschichte lehrt“. Doch um dies zu erreichen, müsse man die Korruption bekämpfen, die Erzbischof Kleda als „ein riesiges Problem“ bezeichnete, „weil sie alles zerstört und den Aufbau des Landes verhindert“. „Möge jeder von uns zur Umkehr bereit sein und sich für die Gerechtigkeit einsetzen“, schloss er.
(L.M.) (Fides 13/4/2026)


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