Casa editrice Rotas
Kampala (Fides) – „Zweifellos war und ist der Märtyrer Pater Raffaele ein Geschenk für unsere Diözese. Ein Mann von großer Freiheit und großer Liebe zu jedem Menschen. Trotz der Gefahren und der wachsenden Feindseligkeit seiner Gegner, trotz der Ängste und Drohungen setzte er sein Apostolat als Bruder, Freund, Priester, als „Loribamoi”, als Mann, der in der ugandischen Sprache Gemeinschaft schafft, fort”, so der Erzbischof von Trani-Barletta-Bisceglie, Leonardo D'Ascenzo, in der Einleitung zum Buch „Il sogno di Raffà: Padre Raffaele Di Bari missionario per sempre nella sua Africa”.
Das von Maria Antonietta Binetti verfasste und vom Verlag „Rotas“ herausgegebene Buch vermittelt den Lesern das menschliche und spirituelle Profil von Pater Raffaele Di Bari, einem Comboni-Missionar in Uganda, der aus Barletta stammte und am 1. Oktober 2000 in einem Hinterhalt getötet wurde, als er auf dem Weg war, um in Acholi Bur, einem Dorf seiner Pfarrei, die Messe zu feiern und Taufen vorzunehmen.
Raffaele Di Bari wurde 1929 geboren und 1956 zum Priester geweiht. Sofort äußerte er gegenüber seinen Vorgesetzten den Wunsch, nach Afrika entsandt zu werden. Dieser Wunsch wurde innerhalb von drei Jahren erfüllt. Als begeisterter Missionar mit einer mutigen und großzügigen Persönlichkeit kam er 1959 nach Uganda und blieb dort über 40 Jahre lang bis zu seinem Tod, wobei er die Evangelisierungsarbeit mit unermüdlicher Arbeit zur Förderung der Menschen verband. Er führte Mühlen in der Region ein, baute Schulen und Kapellen, half beim Ausbau der Arbeit der Katecheten, verteilte Hacken und Pflüge für die Bewirtschaftung des Landes, führte den Anbau von Reis, Mais und Sonnenblumen ein und ermöglichte vielen Jugendlichen ein Studium im Ausland. Vor allem aber hörte er nie auf, die Ungerechtigkeiten, die Gewalt und die Gräueltaten der Unterdrücker dieses Volkes, das zu seinem eigenen geworden war, anzuprangern. Er entging mehreren Attentaten und erklärte wenige Tage vor seiner Ermordung selbst sehr deutlich die Gründe für seinen Tod, als er in einem Telefoninterview mit der missionarischen Nachrichenagentur „Misna“ (Missionary Service News Agency), die damals von seinem Mitbruder Pater Giulio Albanese geleitet wurde, erklärte: „In den vielen Jahren in Afrika war die größte Mission, die ich jemals vom Herrn erhalten habe, diesen Menschen eine Stimme zu geben und die Gräueltaten anzuprangern, die die Rebellen fast täglich an alten Menschen und Kindern begehen.“
Von einem Kugelhagel getroffen, starb Pater Raffà auf der Stelle. Das Auto, in dem er unterwegs war, wurde in Brand gesetzt, sodass auch die Leiche des Priesters verbrannte. Von ihm blieben nur wenige Überreste übrig.
Pater Albanese schreibt im Nachwort des Buches: „Ich kann ohne Vorbehalt erklären, dass unser Mitbruder wegen des Evangeliums unseres Herrn Jesus Christus getötet wurde, einer guten Nachricht, die ihn prophetisch dazu verpflichtete, auf der Seite der leidenden Menschheit zu stehen, die in diesem bestimmten historischen Kontext auf dem Altar der menschlichen Selbstsucht geopfert wurde. Die Bevölkerung von Pajule (der Mission, in der er lebte und begraben wurde) verehrt ihn noch heute als Heiligen. Selbst der junge Kämpfer der „Lord's Resistance Army“ (LRA), der ihn am 1. Oktober 2000 erschoss, gestand mir in einem Interview, dass er seine Bekehrung Pater Raffaele zu verdanken habe. Dieser junge Mann kam in den Genuss der vom ugandischen Präsidenten gewährten Amnestie und verbrachte einige Zeit in der Mission von Kitgum. Pater Tarcisio Pazzaglia, sein treuer Missionsgefährte, machte mich mit ihm bekannt“.
Das Buch, von dem es auch eine illustrierte Version für Kinder gibt, umfasst die „Geografie” der Orte und des Herzens von Pater Raffà, wie es Don Ferdinando Cascella, ehemaliger Direktor des Diözesanen Missionszentrums Trani-Barletta-Bisceglie, definiert hat, und endet mit einem von Pater Raffà verfassten Gebet.
(EG) (Fides 17/01/2026)