AMERIKA/KOLUMBIEN - Papst beim Angelus: “Ich danke allen für das, was sie für Migranten tun. Danke Kolumbien!”

Montag, 15 Februar 2021 auswanderung     papst franziskus   bischofskonferenzen   caritas   menschenrechte   krisengebiete  

Bogotà (Fides) – "Ich bin immer dankbar für das Engagement derer, die sich für Migranten einsetzen", sagte Papst Franziskus in seiner Ansprache an die auf den Petersplatz versammelten Gläubigen nach dem sonntäglichen Angelusgebet am gestrigen Sonntag, dem 14. Februar. „Ich danke allen für das, was sie für Migranten tun. Insbesondere heute bedanke ich mich gemeinsam mit den Bischöfen Kolumbiens für die Entscheidung der kolumbianischen Behörden, das Statut des vorübergehenden Schutzes für im Land anwesende venezolanische Migranten umzusetzen und deren Aufnahme, Schutz und Integration zu fördern. Und dies wird nicht von einem sehr reichen, gut entwickelten Land getan, nein, von einem Land mit vielen Problemen im Hinblick auf Entwicklung, Armut und Friedens mit fast 70 Jahren Guerillakrieg ... Aber trotz dieser Probleme hatte es den Mut, mit Blick auf die Migranten und tun dieses Statut umzusetzen. Danke an Kolumbien. Danke!"
Unterdessen bezeichneten die Bischofskonferenz von Kolumbien und Caritas Kolumbien den Beschluss der kolumbianischen Regierung zum Schutz von Migranten aus Venezuela als "eine wertvolle Antwort zur Förderung der Aufnahme, des Schutzes, der Förderung und der Integration der Migranten".
„Das Gesetz über den vorübergehenden Schutz venezolanischer Migranten soll mehr als 1,7 Millionen venezolanischen Migranten in Kolumbien zugute kommen“, so die Bischöfe. „ Die Umsetzung wird ein brüderlicher Akt sein, der die Türen öffnet, um sicherzustellen, dass diese auf unserem Territorium ankommenden Menschen die Grundrechte aller Menschen genießen und Zugang zu den Möglichkeiten für ein würdiges Leben erhalten".
Unter Berufung auf die wiederholten Appelle von Papst Franziskus an Regierungen auf der ganzen Welt zur Aufnahme und Integration von Migranten und Flüchtlingen sowie auf das Engagement der Caritas Kolumbien betont die Bischofskonferenz: "Rückblickend gesehen haben die kolumbianische Kirche, ihre Diözesen, religiösen Gemeinden, apostolischen Gruppen und Bewegungen mit all ihren pastoralen Organisationen stets effektiv dazu beigetragen, eine globale Antwort auf die Bedürfnisse unserer Brüder und Schwestern zu geben, die in Kolumbien Schutz suchen. Die aufnehmenden Gemeinschaften haben mit ihrer Solidarität und Großzügigkeit zusammen mit der nationalen und internationalen Gemeinschaft und zahlreichen Hilfsorganisationen erheblich zu diesen Bemühungen beigetragen.“
"Die katholische Kirche in Kolumbien wird auch künftig Unterstützung und Begleitung durch ihre Wohltätigkeitsorganisationen für die Migranten- und Flüchtlinge anbieten und dabei auf die Schwächsten hören und diese in die soziale Dynamik einbeziehen, eine öffentliche Migrationspolitik mit Schwerpunkt auf Menschenrechten fördern und dauerhafte und nachhaltige Lösungen für Menschen in Not zu finden, die auf internationalen Schutz angewiesen sind", heißt es in der Erklärung abschließend.
Auch Kirche von Venezuela würdigte über das kirchliche Netwierk Red Clamor den Beschluss der kolumbianischen Regierung: "Wir begrüßen den Mut der kolumbianischen Regierung, mit dieser Bestimmung zu einem weltweiten Bezugspunkt in Migrationsprozessen zu werden, und hoffen, dass dieses Beispiel nachgeahmt wird von anderen Ländern in der Region, die wie Kolumbien an ihren Grenzen bedürftige Menschen aufgenommen haben, die Schutz- und Entwicklungsmöglichkeiten benötigen, so wie eben auch Tausenden von Migranten- und Flüchtlingsfamilien aus Venezuela ", heißt es in dem Dokument.
Über einen Zeitraum von 10 Jahren sollen Auswanderer aus Venezuela alle Menschenrechte genießen können, die der kolumbianische Staat seinen Bürgern garantiert, wie zum Beispiel Zugang zu Gesundheit, Bildung und Beschäftigung. Red Clamor betont, dass "mit diesem Dekret die Einwanderungspolitik Kolumbiens geändert wird, indem Maßnahmen für die venezolanische Bevölkerung verabschiedet werden, die dauerhaft sind und den Ansatz des Schutzes verfolgen".
(SL) (Fides 15/2/2021)


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