AFRIKA/SÜDSUDAN - Konflikte, Pandemie, Armut, Naturkatastrophen: Missionere wollen Hoffnung schenken

Samstag, 17 Oktober 2020 entwicklung   korruption     armut   naturkatastrophen   missionare   missionsinstitute  

Juba (Fides) - „Der Friedensprozess kommt voran, aber nur sehr langsam. Die Ernennung der Gouverneure nach der Bildung der nationalen Übergangsregierung war ein sehr bedeutender Fortschritt, der Stabilität bringen kann (9 von 10 Gouverneuern sind bereits ernannt, es fehlt nur der Gouverneurs der Region Upper Nile, A.d.R.). In einigen Regionen, wie beispielsweise in Äquatoria, ist die Situation angespannt, und es kommt sporadisch zu Zusammenstößen zwischen Regierungssoldaten und Rebellen-Gruppen, die das Abkommen von 2018 nicht unterzeichnet haben", so Schwester Elena Balatti, die als Comboni-Missionarin und Caritas-Mitarbeiterin in der Diözese Malakal im Südsudan, tätig ist im Gespräch Fides genau vier Monate nach dem Abkommen über die Neuaufteilung der Macht zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und seinem Stellvertreter Riek Machar Teny, Anführer der sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA-IO).
„Zusätzlich zum Krieg”, so die Missionarin, „müssen wir uns hier verschiedenen anderen ernsten Problemen stellen. Vor allem die Pandemie, aber in letzter Zeit auch die massiven Niederschläge, die die Regenzeit außergewöhnlich heftig machten und das Niveau des Nils erhöhten. Das Wasser steigt hauptsächlich aufgrund der heftigen Regenfälle, aber es muss auch erwähnt werden, dass die die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels sind. Ernten sind in vielen Gebieten vollständig verloren gegangen und die Produktion wird sehr gering sein. Ich möchte mich gewiss nicht den Propheten des Untergangs anschließen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein großer Teil der Bevölkerung hungert oder das Essen knappe wird, ist sehr hoch."
Die Situation der allgemeinen Verarmung des Landes, nicht zuletzt auch aufgrund der negativen Auswirkungen der Pandemie, wirft viele Bedenken auf: „Die wirtschaftliche Situation”, so die Ordenfrau, „ist besorgniserregend. Die schädlichen Auswirkungen von Covid-19 sind zu spüren. Ein Großteil des BIP des Landes basiert auf dem Export von Öl und mit der Pandemie sind Nachfrage und Preise erheblich gesunken. Darüber hinaus gibt es hier bei uns ein weit verbreitetes Maß an Korruption in verschiedenen Gesellschaftsschichten. Die Einnahmen wären ausreichend, wenn sie alle für öffentliche Ausgaben bestimmt wären, aber leider landen sie in anderen Kanälen, und dies führt wiederum zu einer ernsthaften Krise, die sicherlich nicht zur Stabilisierung des Landes beiträgt.“
"Die Kirche erhält viele Bitten um Hilfe aus der Bevölkerung und versucht, so weit wie möglich darauf einzugehen, indem sie auch mit freiwilligen Helfern, NGOs und Caritas in anderen Ländern zusammenarbeitet”, so die Ordensfrau abchließend, “Wir versuchen auch aus spiritueller Sicht, die Bevölkerung zu ermutigen, viele junge Menschen verlieren unter den gegenwärtigen Bedingungen die Hoffnung. Unsere Aufgabe ist es, gegen alle Hoffnung zu hoffen, aber wenn Menschen hungrig sind, ist es schwierig, sie zur Hoffnung aufzufordern. Deshalb müssen wir helfend eingreifen, und ich hoffe, dass mit den Möglichkeiten der Kirche und denen der anderen Hilfswerke, genug unternommen wird. Wenn es in Zukunft tatsächlich eine funktionierende und stabile Regierung gäbe, könnte die Situation viel besser bewältigt und der Schaden begrenzt werden.“
(LA) (Fides 17/10/2020)


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