AFRIKA/SUD SUDAN - Bischof Hiiboro weiht neues Gemeindezentrum ein: “Präsent sein, wo das Leid am größten ist”

Montag, 26 Januar 2026

EHK

Yambio (Fides) – „Seit mehr als fünf Jahren lebt ihr unter der schweren Last von Gewalt, Vertreibung, zerstörten Institutionen und tiefem Trauma. Und doch habt ihr eure Menschlichkeit nicht verloren. Eure Liebe, eure Großzügigkeit und eure Freude auch inmitten des Leids haben mich tief beeindruckt. Manchmal hat mich eure Resilienz sprachlos gemacht. Es gibt eine innere spirituelle Kraft in euch, still, tief und von Gott gegeben, die euch aufrecht gehalten hat. Schützt sie. Pflegt sie. Lasst sie nun zum Fundament des Friedens werden. Verschwendet sie nicht. Frieden wird nicht durch Schuld oder Rache wachsen. Er wird durch eine neue Sprache wachsen, durch Vergebung, Geduld, Liebe, Einheit, Versöhnung und Heilung“, so der Bischof von Tombura-Yambio, Eduardo Hiiboro Kussala, anlässlich der kürzlichen Einweihung eines neuen Pastoralzentrums für das westliche Dekanat der Diözese in seiner Ansprache an die Gläubigen und Vertreter der Behörden. Das neue Gemeindezentrum „stellt einen bedeutenden Meilenstein bei der Stärkung der pastoralen Dienste innerhalb des Dekanats dar“, betont der Prälat, der außerdem die Führer der Kirche und die Gläubigen dazu aufgerufen hat, gemeinsam für das weitere Wachstum und die Mission der Kirche zu arbeiten.
„Wir sind in Yambio gestartet, wo sich die Zentralverwaltung der katholischen Diözese Tombura-Yambio befindet, und sind dann westlich zum Dekanat „Unserer Lieben Frau, Königin des Südsudan“ in Tombura im Westen der Diözese gefahren, vorbei am Vikariat Ezo. Nach fast zehn Tagen intensiver pastoraler Arbeit, Gebet, Begegnungen, Opfern und Gnade kehrten wir auf dem gleichen Weg nach Yambio zurück“, berichtet Bischof Hiiboro. „Es war nicht nur eine lange Reise, sondern eine Pilgerfahrt des Herzens, der Wunden, des Glaubens, der Ausdauer und der Hoffnung des Volkes Gottes. Auf jeder Straße, in jeder Pfarrei und in jeder Gemeinde offenbarte sich der Herr durch einen unerschütterlichen Glauben und einen stillen Ruf nach Frieden. Es waren Momente, die die Mission der Kirche bekräftigten: präsent zu sein, vor allem dort, wo das Leid am größten ist. Die Straßen erzählten ihre schmerzhafte Geschichte. Wir haben große Unannehmlichkeiten erlitten, doch nichts davon hat uns entmutigt. Im Gegenteil, es hat unsere Überzeugung gestärkt, dass die pastorale Fürsorge über Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten hinaus bestehen muss“.
Unter den Teilnehmern der Einweihungsfeier waren Priester, Ordensleute, Katecheten und Mitglieder der christlichen Gemeinschaft, die ihre Freude und Dankbarkeit über die Einrichtung des Zentrums zum Ausdruck brachten und es als Segen für das westliche Dekanat bezeichneten.
Ziel der Einrichtung ist es, die Seelsorge zu verbessern, das Engagement für die Verkündigung des Evangeliums zu stärken und die pastorale Versorgung der Gläubigen in Tombura und den umliegenden Pfarreien zu unterstützen. Bischof Hiiboro ermutigte Priester, Katecheten und Vertreter der Laien, das Pastoralzentrum im Dienst des Volkes Gottes effektiv zu nutzen, und betonte die Schlüsselrolle, die die neue Einrichtung bei der Verbesserung der Koordinierung der kirchlichen Aktivitäten, der Pastoralplanung und der Ausbildungsprogramme im gesamten Dekanat spielen wird.
(AP) (Fides 26/1/2026)


Teilen: