AFRIKA/KENIA - Coronahilfen und Korruption: Beobachter vermuten Veruntreuung von Spenden

Samstag, 4 Juli 2020   korruption   bischöfe  

Nairobi (Fides) - In Afrika gibt es derzeit 383.747 Infizierte, von denen 183.000 in Gesundheitseinrichtungen behandelt werden. Insgesamt 9.691 Menschen starben bisher an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. In Kenia gibt es 6.190 Infizierte (von denen 2.013 im Krankenhaus behandelt wurden), und 144 Tote . Die Pandemie hat sich hier relativ langsam ausgebreiteet und die Zahlen sind an sich nicht hoch, aber die Auswirkungen auf die Bevölkerung sind trotzdem signifikant. Dies hat viele internationale Hilfswerke und Einzelpersonen dazu veranlasst, die Gesundheitseinrichtungen des Landes zu unterstützen, aber ob die Hilfen tatsächlich ankommen, ist ungewiss.
Von den rund einer Milliarde kenianischer Schilling (etwa 8,3 Millionen Euro), die von der Weltbank für die Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung, Medikamente und die Schaffung von Isolationsstationen bereit gestellt wurden, sollen 42 Millionen für das Leasing von Krankenwagen ausgegeben worden sein, während 4 Millionen für Tee und Snacks und 2 Millionen Ksh für Kommunikationszwecke verwendet wurden.
Die Arbeit der Gouverneure der Landkreise bezeichnen Beobachter als unzureichend und es wird vermutet, dass Gelder veruntreut wurden. Anfang Mai wurden vier hochrangige Beamte der Grafschaft Kilifi im Zusammenhang mit den Ausschreibungen für den Bau eines Covid-19-Zentrums und der Wartung der Krankenhausausrüstung festgenommen. Gegen den Gouverneur des Landkreises Bungoma, Wycliffe Wangamati, wird von der Ethik- und Korruptionsbekämpfungskommission wegen Spekulationen über die Preise von Sanitärartikeln ermittelt.
Untersuchungen gibt es auch im Zusammenhang mit der Spende des chinesischen Großunternehmer Jack Ma bereits zu Beginn der Epidemie. Die Ermittler haben gegenüber der BBC bestätigt, dass die Ermittlunngen inzwischen auf alle Spenden ausgedehnt wurden, die in Kenia im Zusammnenhang mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie eingegangen sind. Es wird vermutet, dass Millionen von Dollar und große Mengen an Ausrüstung gestohlen wurden. Lokale Medien berichteten kürzlich, dass die von der chinesischen Regierung gespendete persönliche Schutzausrüstung im Wert von 2 Millionen US-Dollar spurlos verschwunden ist. Präsident Uhuru Kenyatta hat versprochen, dass die Verwengung aller Spenden zur Bekämpfung des Virus gründlich untersucht werden soll.
"In Kenia”, erklärt ein hochrangiger Beamter, der es vorzieht, anonym zu bleiben, “passieren Dinge und wir sprechen nicht darüber, wenn man die Dinge klar anspricht, bleibt man nicht länger als zwei Tage am Leben. Geld und Waren, die für die Kranken gespendet wurden, verschwinden: Sie stehlen alles und man kann nichts tun und darf nichts sagen. Nur einige Wenige bereichern sich dabei."
Katholische Bischöfe forderten die Regierung deshalb ebenfalls auf, dafür zu sorgen, dass die Nothilfen für Covid-19 tagsöchlich dazu verwendet werden, die Pandemie zu bekämpfen, damit das Land wieder zur Normalität zurückkehren kann. In einer Erklärung vom vergangenen Mai (vgl. Fides 7/5/2020) bat die Konferenz der katholischen Bischöfe von Kenia (KCCB) um Klarheit über die Verwaltung der für den Gesundheitsnotstand gespendeten Mittel gebeten: «Als Kirche schätzen wir die verschiedenen Maßnahmen, die von der Regierung verabschiedet wurden, um die Ausbreitung der Pandemie in unserem Land einzudämmen. Wir sind jedoch besorgt über Nachrichten bezüglich des Missbrauchs von Hilfsmitteln."
(F.F.) (L.M.) (Fides 4/7/2020)


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