AMERIKA/BOLIVIEN - CAM 5: Die wichtigsten amerikanischen Missionsinstitute

Freitag, 6 Juli 2018 missionsinstitute   missionarische Öffentlichkeitsarbeit   ortskirchen    

Rom (Fides) – Anlässlich des Fünften Amerikanischen Missionskongresses (CAM 5), der vom 10. bis 14. Juli in Santa Cruz de la Sierra, Bolivien, stattfinden wird (Fides 3. und 4. Juli 2018), veröffentlichen wir eine Liste der wichtigsten in Amerika gegründeten Ordensinstitute, die einen besonderen Beitrag zur Mission Ad Gentes geleistet haben und heute noch leisten, darunter die Maryknoll-Schwestern, die als erste US-amerikanische Ordenschwestern im Ausland tätig waren, und Pater John Fraser, Gründer der Gesellschaft der Außenmissionen von Scarborough, der als erster nordamerikanischer Missionar nach China ging.

Gesellschaft für die Außenmissionen der Vereinigten Staaten von Amerika (Maryknoll, MM)
Im Jahr 1911 gründeten die US-amerikanischen Bischöfe die „Catholic Foreign Mission Society of America“, mit dem Ziel, US-amerikanische Missionare im Ausland zu unterstützen. Den Segen von Papst Pius X. erhielt die Gesellschaft für die Außenmissionen von Maryknoll am 29. Juni 1911: die ersten Missionare gingen 1918 nach China. Heute hat das Institut es 321 Mitglieder, davon 276 Priester, die in 22 Ländern in Asien, Afrika und Amerika leben und arbeiten.
Die Schwestern von Maryknoll, deren Institut im Jahr 1912 gegründet wurde, waren die ersten katholischen Ordensfrauen aus den Vereinigten Staaten, die im Ausland tätig waren. Heute hat das Institut 414 Mitglieder, di in 24 Ländern in Asien, Afrika und Amerika arbeiten. Sie bezeugen bei ihrer Missionstätigkeit die Liebe Gottes in einer Vielzahl von Bereichen, darunter das Gesundheitswesen und die medizinische Versorgung, Kommunikation und Bildung, Landwirtschaft und Umweltschutz und im Bereich der sozialen Dienste, die Förderung von Menschenrechte und von Frauen, Glaubensbildung, usw.
Die Laienmissionare von Maryknoll sind Einzelpersonen, Ehepaare und ganze Familien, die als Missionare in den ärmsten Gemeinden in Asien, Afrika und Amerika leben und arbeiten. Das Laieninstitut wurde im Jahr 1975, dem Impuls des Zweiten Vatikanums folgend, offiziell gegründet, doch bereits im Jahr 1930 war der erste Laie im Namen von Maryknoll als Missionar in China.
Die so genannten „Maryknoll Affiliates“, verfolgen auf ihrem eigenen Lebensweg im Leben die Ziele der Maryknoll Missionare durch das Gebet, die Reflexion und ihr eigenes Handeln. Sie bezeugen die Mission als Lebensstil, indem sie sich an die Seite von Armen und Ausgeschlossenen stellen und sich für Frieden und Gerechtigkeit engagieren. Die „Affiliates“ schließen sich in über 50 kleinen Missionsgemeinschaften in den Vereinigten Staaten, Amerika, Asien und Afrika zusammen.

Gesellschaft für die Außenmissionen von Scarborough (SFM)
Das Institut wurde im Jahr 1918 in Ottawa (Kanada) durch Pfarrer John Fraser, ein Priester aus der Erzdiözese Toronto, gegründet und hat sollte Priester für die Mission in nach China vorbereiten und dorthin entsenden. Im Jahr 1902 ging Pfarrer Fraser, der im Jahr davor zum Priester geweiht worden war, nach China, in die Diözese Ningpo: Er war der erste nordamerikanische Missionspriester in China. Im Jahr 1921 zog das Missionskolleg von Ottawa in die Stadt Scarborough (Ontario) um, nach der das Institut benannt ist. Pater Fraser wechselte lange Aufenthalte in China, wo er von seinen Priestern begleitet wurde, mit Besuchen zu Hause ab, wo er die Entwicklung des Instituts verfolgte. 1952 mussten alle Missionare China verlassen und gingen in andere Länder. Pater Fraser gründete eine neue Mission in Japan, wo er unermüdlich für den Bau von Kirchen und Schulen arbeitete. Im Jahr 1962 starb er im Alter von 85 Jahren in Osaka und wurde auf dem dortigen Friedhof begraben. Seit den siebziger Jahren nimmt das Institut nach den Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils auch katholische Laien (Männer, Frauen und Familien), die heute Seite an Seite mit den Priestern zusammenarbeiten. Missionsinstitute. Heute hat die Gesellschaft für die Außenmissionen von Scarborough insgesamt 35 Mitglieder (30 Priester), die in Asien und Amerika leben und arbeiten.

Institut für Außenmissionen von Yarumal (MXY)
Diese Gesellschaften des apostolischen Lebens wurde vom Bischof Miguel Angel Builes von Santa Rosa de Osos (Kolumbien) im Jahr 1927 gegründet. Drei Jahre zuvor hatte der Bischof am Ersten Missionskongress in Bogota teilgenommen, bei dem die Gründung eines Missionsinstituts vorgeschlagen wurde. Nachdem langem Gebet und intensiven Beratungen unterzeichnete er am 29. Juni 1927 das Dekret zur Errichtung des Missionsseminars, das in Yarumal mit nur wenigen wirtschaftlichen Mitteln die Tätigkeit aufnahm. Die Arbeit konnte trotz der Entbehrungen fortgesetzt werden, da die ersten Mitglieder und der Bischofs, an jeder Tür klopfte und um Hilfe bat. Am 25. September 1938, weiht Bischof Builes in der Pfarrkirche von Yarumal die ersten sieben Priester. Im Jahr 1946 errichtete der Heilige Stuhl die Apostolische Präfektur Labateca, die er den Missionaren von Yarumal anvertraute. 1949 wurde ihnen auch die damalige Apostolische Präfektur von Mito anvertraut. 1953 wurden die ersten beiden Bischöfe des Instituts ernannt. 1970 gingen die ersten Missionare von Yarumal über die Grenzen des eigenen Landes hinaus nach Bolivien und Venezuela. Das Institut nimmt als zeitweilige Mitarbeiter auch Diözesanpriester auf, die in Kolumbien oder anderswo einen Missionsdienst leisten wollen. Heute hat das Institut von Yarumal insgesamt 180 Mitglieder (150 Priester), die in 45 Gemeinden in Amerika, Afrika, Asien und Europa tätig sind. Im Jahr 2015 wurde der Verband der Laienmissionare von Yarumal offiziell gegründet.

Gesellschaft für die Außenmissionen der Provinz Québec (PME)
Der selige Bischof François de Laval, der erste Bischof von Québec, der einer der Gründer der Gesellschaft für die Außenmissionen von Paris (MEP) war, wollte, dass das erste in Québec gebaute Priesterseminar "Seminar für Außenmissionen" heißen sollte. Die Gesellschaft für Auslandsmissionen der Provinz Québec wurde am 2. Februar 1921 gegründet und am 15. Juni 1929 vom Heiligen Stuhl gebilligt. Zweck des Instituts ist die Evangelisierung unter Nichtchristen und Armen. Die Mitglieder der Gesellschaft sind gegenwärtig als Pfarrer, bei der Priesterausbildung, bei der Begleitung von kirchlichen Basisgemeinschaften, insbesondere bei den Ureinwohnern und in den ländlichen Gebieten tätig. Die Gesellschaft hat heute insgesamt 113 Mitglieder (108 Priester) mit 10 Gemeinschaften in Amerika, Afrika und Asien.

Institut für die Außenmissionen der Gottesmutter von Guadalupe (MG)
Die „Missionare von Guadalupe“ stellen ihr Leben in den Dienst an der Mission und tun dies im Zeichen der Verehrung der „Jungfrau von Guadalupe“. Das Institut wurde 1949 von den mexikanischen Bischöfen gegründet, um Missionare für nichtchristliche Länder auszubilden und auf Anweisung des Heiligen Vaters dorthin zu entsenden. Papst Pius XII. genehmigte das Gründungsdokument des neuen Instituts im Jahr 1953 und ernannte den ersten Rektor des Seminars und Generaloberen des neuen Instituts: es handelte sich um Prälat Alonso Manuel Escalante (1906-1967), der als Missionar in China und Bolivien gewesen war, und als Professor am Großen Seminar der Maryknoll Missionare unterrichtet hatte. Prälat Escalante war auch Nationaldirektor der Päpstlichen Werkes für die Glaubens-Verbreitung und des Apostel-Petrus-Werkes. Diese Ämter hatte er bis zu seinem Tod inne, der ihn bei einem Besuch in der Mission in Hong Kong ereilte. Das Institut hat 205 Mitglieder (160 Priester), die in 63 Gemeinden Afrikas, Asiens und Amerikas leben und arbeiten.
Die Missionare von Guadalupe haben ihr Seminar auch für Diözesanpriester geöffnet, die in der Mission ad gentes tätig sein wollen. Außerdem widmet sich das Instituten der missionarischen Öffentlichkeitsarbeit in Mexiko und veranstaltet missionarische Fortbildungskurse, Exerzitien und Workshops und stellt Arbeitsmaterialien für die missionarische Tätigkeit zur Verfügung.
(SL) (Agenzia Fides 6/7/2018)


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