VATIKAN - Kardinal Filoni wünscht "einen Prozess des Zuhörens, des Verständnisses, der Erkenntnis und der Aktion”

Freitag, 17 März 2017 filoni   universität   kongregation für die evangelisierung der völker  

Vatikan (Fides) – Im Rahmen eines Internationalen Theologischen Kongresses befasste sich die Päpstliche Universität Urbaniana vom 13. bis 15. März mit dem kirchlichen Konzept der “Erkenntnis”. (Unterscheidungsvermögen)
In seiner abschließenden Ansprache erinnerte der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker und Großkanzler der Universität, Kardinal Fernando Filoni, daran dass “dieses Thema Papst Franziskus sehr am Herzen liegt. Er versuche zusammenzufassen, “welche Perspektiven uns dazu auffordern, uns angstfrei mit der Realität zu konfrontieren, damit wir Wege finden, die geeignet sind für eine christliche Präsenz in der heutigen Welt und für das Zeugnis von der Botschaft des Evangeliums”.
Die Kongregation für die Evangelisierung der Völker sie verantwortlich für “weite Teile der Welt”, so der Kardinal, der betonte: “Oft handelt es sich um Länder, in denen Katholiken nur eine kleine Minderheit sind, doch es geht um die Verantwortung für die ganzen Bevölkerung dieser Länder, Christen und Nichtchristen… insbesondere um diejenigen, die die Botschaft des Evangeliums noch nicht kennen oder nicht anerkennen”.
Das Missionsdikasteriums dürfe nicht als Institution verstanden werden, die unter sozialpolitischen oder wirtschaftlichen Gesichtpunkten tätig ist und die eigene Macht in den Mittelpunkt der Tätigkeit stellt, um die eigene Kontrolle auszuweiten oder ein Netzwerk von Mitarbeitern, Büros und Organismen zu schaffen…. “Was uns unterscheidet”, so der Kardinal, “ist der Sinn für ‚Gemeinschaft’. Die Logik der Gemeinschaft, die das ‘Unterscheidungsvermögen’ fördert.…“
Mit Bezug auf die Konzilskonstitution “Gaudium et Spes” betonte der Präfekt des Missionsdikasteriums, dass “die Freude und die Hoffnung, die ganze Völker erfahren, muss für uns Ausgangspunkt sein, damit wir konkrete Wege der Erkenntnis finden, die dafür sorgen, dass sich unter diese Völker der Botschaft des Evangeliums begegnen und auf diese Weise eine authentische Antwort durch Jesus finden und verstehen, dass seine Botschaft auch für sie Sinn macht”… “Aufgabe unserer Kongregation ist es dabei, uns in den Dienst zu stellen und dafür zu sorgen, dass das Leben der christlichen Gemeinden, angefangen bei den Gemeinden an der Peripherie, die auf den ersten Blick weniger wichtig erscheinen, jene lebendige Kraft besitzen, die so wichtig für das Überleben der katholischen Kirche ist”.
Die Kongregation setze sich dabei bereits mit verschiedenen Aspekten auseinander: Migration, Bildung, Konfliktlösung, religiöse Radikalisierung und religiöser oder ethnischer Fundamentalismus, Verbreitung von Sekten, interreligiöser und ökumenischer Dialog, Zusammenarbeit mit nichtkatholischen Hilfsorganisationen, Umwelt und soziale Gerechtigkeit. Doch “dies muss bei der Kongregation und nicht nur bei ihr, Prozesse der Reflexion und Ausarbeitung unter kulturellen, theologischen und pastoralen Aspekten auf zentraler Ebene und an den Peripherien”, so der Kardinal. Dazu könne insbesondere auch die wissenschaftliche Analyse beitragen.
Mit einem Zitat aus dem Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium” von Papst Franziskus erinnerte der Kardinal daran, dass die Worte des Papstes “uns zu einem entschlossenen Prozess des Zuhörens, des Verständnisses, der Erkenntnis und der Aktion drängen, und von uns allen…eine Umkehr und zur menschlichen Vertiefung erfordern”.
(SL) (Fides 17/3/2017)


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