Gewalt gegen Christen: Gesetzentwurf in den USA fordert einen Stopp der Hilfszahlungen an Nigeria

Sonntag, 26 Juli 2026 gewalt   geopolitik   sektierertum   verfolgung  

www.house.gov

Von Cosimo Graziani

Washington (Fides) – Das US-Repräsentantenhaus hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Entwicklungshilfe für Nigeria im kommenden Haushaltsjahr blockieren soll. Begründet wird diese Maßnahme mit der Gewalt gegen Christen in dem afrikanischen Land.
Der Gesetzentwurf wurde Mitte Juli mit 217 Ja-Stimmen und 209 Nein-Stimmen angenommen. Er fordert, ausländische Regierungen und „Akteure, die Gläubige verfolgen“, zur Rechenschaft zu ziehen und die Hilfe für Nigeria zu kürzen, „bis wirksame Maßnahmen zum Schutz christlicher Gemeinden, die unter religiöser Gewalt leiden, ergriffen werden“.
Der Entwurf listet außerdem die Ziele der geplanten Maßnahmen auf, nämlich die „Unterstützung von Programmen zur Religionsfreiheit im Ausland und den Schutz der Religionsfreiheit für religiöse Organisationen, die an der Zusammenarbeit beteiligt sind“.
Der Vorschlag, die Finanzhilfe für Nigeria an die Lage der Christen im Land zu knüpfen, wurde von den beiden republikanischen Kongressabgeordneten Riley Moore (West Virginia) und Jeff Steube (Florida) eingebracht. Moore hatte sich schon lange für einen Entzug der Gelder für das afrikanische Land ausgesprochen und dies mit dem Schutz der Christen begründet. In den vergangenen Monaten hatte er wiederholt behauptet, in Nigeria fände ein Völkermord an Christen statt, und der nigerianischen Bundesregierung vorgeworfen, nicht ausreichend gegen Fulani-Extremisten vorzugehen. Er hatte zudem vorgeschlagen, dass die Vereinigten Staaten und Nigeria ein Sicherheitsabkommen zum Schutz der Christen unterzeichnen sollten.
Moore schlug zunächst eine Halbierung der Entwicklungshilfe für den afrikanischen Riesen vor, während Steube einen Änderungsantrag einbrachte, der die Hilfen für Abuja vollständig gestrichen hätte. Das Repräsentantenhaus stimmte dem Änderungsantrag zu. Steube verkündete die Verabschiedung des Gesetzes in einem Beitrag auf X: „Amerikanische Steuerzahler sollten niemals Regierungen finanzieren, die wegschauen, während Christen entführt, gefoltert und getötet werden.“
Es handelt sich unterdessen um die erste Verabschiedung eines Gesetzesentwurfs und noch nicht um ein rechtskräftiges Gesetz. Damit der Haushaltsplan für 2027 in Kraft treten kann, muss der Gesetzesentwurf auch vom Senat verabschiedet und von Präsident Donald Trump unterzeichnet werden.
Die derzeitige US-Regierung veröffentlichte bereits im Februar einen Bericht, in dem Nigeria als der gefährlichste Ort der Welt für Christen eingestuft wurde. Im Anschluss an diesen Bericht stufte Washington das afrikanische Land als „besonders besorgniserregendes Land“ ein – eine Einstufung, die von der Regierung in Abuja sowie von lokalen und internationalen Organisationen zurückgewiesen wurde. Diese betonten, dass die Gewalt in Nigeria Christen und Angehörige anderer Religionen gleichermaßen betrifft.
In den letzten Monaten haben die nigerianische und US-amerikanische Regierung zusammengearbeitet. Die USA entsandten Truppen nach Nigeria und begründeten den Einsatz mit der Unterstützung im Kampf gegen verschiedene Terrorgruppen. Diese Zusammenarbeit wurde von Trump gewürdigt, wie aus einem Brief hervorgeht, den der US-Präsident in den letzten Wochen an die nigerianische Regierung schickte. Laut Regierungsangaben in Abuja dankte Trump auch der Regierung Tinubu für ihre Bemühungen im Kampf gegen die Probleme, die christliche Gemeinden betreffen. Diese Aussagen scheinen im Widerspruch zum Abstimmungsergebnis des Repräsentantenhauses zu stehen, werden die endgültige Verabschiedung des Gesetzes aber voraussichtlich nicht verhindern.
(Fides 26/7/2026)


Teilen: