AMERIKA/VENEZUELA - Provinzialobere der Don-Bosco-Schwestern: “Wir sind beeindruckt von der immensen Solidarität der Venezolaner“

Freitag, 3 Juli 2026

FMA Venezuela

Von Antonella Prenna

Caracas (Fides) – Schwester Maria Eugenia Ramos Rangel ist die Provinzialobere der Ordensprovinz Venezuela der Don-Bosco-Schwestern. Inmitten dieses tiefen Schmerzes und der Verzweiflung, die das schwere Erdbeben am Abend des 24. Juni im Norden des Landes, insbesondere in den Gebieten um La Guaira und Caracas, verursacht hat (vgl. Fides, 26/06/2026), schildert sie in diesem tragischen Kontext gegenüber Fides das Engagement der Mitglieder der Ordensfamilie der Salesianer Don Boscos.
„Es fällt mir schwer, über die Situation in Venezuela zu sprechen, denn diese Realität ist nicht neu; wir erleben einen Notstand, der sich leider schon in unserem Land abzeichnete“, so Schwester Eugenia sichtlich bewegt.
„Wir, die Töchter Mariä Hilfe der Christen (Salesianerinnen) im Großraum Caracas, konnten nicht einfach zusehen, während wir das Nötigste sammelten“, fährt sie fort, „Wir gingen zu den Bedürftigsten, um ihnen unsere Anwesenheit, unser offenes Ohr und konkrete Hilfe anzubieten. Unser Hauptziel ist es nicht, einfach nur eine Sammelstelle zu sein, die Waren verteilt und wieder geht; wir wollen mit den Menschen, mit den Kindern, in Kontakt treten und sie in ihren Nöten begleiten.“
„In diesem Sinne besuchten wir verschiedene Viertel und Notunterkünfte, darunter Parque del Este, San Martín, La Pastora, Maripérez und die Sporthalle San Bernardino. Wir begannen den Tag mit einem gemeinsamen Gebet vor Jesus in der Eucharistie, der uns sendet und uns die Kraft gibt, für die Bedürftigen da zu sein und sie zu begleiten. Unter anderem schlossen wir uns auch der Jugendbewegung der Salesianer Don Boscos an, um weiterhin Hoffnung und Zuversicht zu verbreiten. Wir boten Kindern Spielzeit an und verbrachten Zeit mit Familien, die diese Initiative sehr schätzten. An manchen Orten war die Hilfe bereits organisiert, sodass wir uns in dringendere Gebiete wie die Plaza Panteón begeben konnten. Dort war die Lage katastrophal: Viele Familien waren tagelang Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert. Wir verteilten Matratzen, Decken und andere lebensnotwendige Dinge. Wir brachten die Spenden persönlich direkt in die betroffenen Gebiete, um sicherzustellen, dass sie diejenigen erreichten, die sie wirklich brauchten“, so die Ordensfrau.
„Es hat uns vor allem die immense Solidarität der Venezolaner beeindruckt“, betont sie. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Sammelstellen dank der Spenden von Unternehmen und Privatpersonen, die sich mobilisiert haben, um den Flutopfern zu helfen, mit Medikamenten, Kleidung und Lebensmitteln überfüllt sind. Unser nächster Besuch wird uns direkt nach La Guaira führen, um uns ein Bild von der Lage zu machen und dringend benötigte Hilfsgüter zu liefern. Wir haben uns bereits mit Ansprechpartnern abgestimmt, die die Betroffenen vor Ort besuchen, ihnen Trost spenden, ihren Problemen und Nöten zuhören und Lebensmittel und andere Hilfsgüter bringen werden, damit sie Trost finden. Wir sind zutiefst berührt und glauben, dass dies das Wunder der Solidarität in Venezuela ist. Es ist bewegend zu sehen, dass die Ärmsten als Erste geben. Vor Kurzem haben wir zwei große Lkw aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas erhalten, die von Menschen geschickt wurden, die selbst unter den Folgen der jüngsten Überschwemmungen gelitten haben, und heute ist ein weiterer Lkw aus San Cristóbal angekommen. Jede Schulgemeinschaft im Land organisiert sich, um die Hilfe über uns zu verteilen“.
Schwester Maria Eugenia schließt mit einem Dank an alle, die sich für die Unterstützung die von dieser Tragödie betroffenen Menschen einsetzen. „Wir sind zutiefst dankbar für das Vertrauen, das uns unsere Unterstützung schenkt und uns diese ermöglicht. Wir werden weiterhin die am stärksten betroffenen Gebiete besuchen und Sie über unsere Fortschritte informieren. Herzlichen Dank an alle! Möge Gott Sie segnen und all das Gute, das Sie tun und noch tun werden, mehren, damit wir unsere Hilfe fortsetzen können“, bekräftigt sie.
Obwohl die Erschütterungen schwächer geworden sind, dauern sie an und erschweren die ohnehin schon prekären Hilfsmaßnahmen zusätzlich. Die Zahl der Todesopfer steigt weiter. Die jüngsten Schätzungen von Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, die sie in ihrer ersten Pressekonferenz seit dem Erdbeben veröffentlichte, sprechen von 2.595 Toten und etwa 12.400 Verletzten. Schätzungsweise wurden Zehntausende Gebäude beschädigt oder zerstört. Die Krankenhäuser sind überlastet, und in vielen Gebieten herrscht Mangel an medizinischer Versorgung. Teams aus Mexiko, Jordanien und anderen Ländern sind vor Ort im Einsatz.
(Fides 3/7/2026)

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