AFRIKA/NIGERIA - Insgesamt 23 Kinder aus einem Waisenhaus der „Dahallukitab Group of Schools“ in Lokoja entführt

Dienstag, 28 April 2026

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Lokoja (Fides) – Bislang hat sich niemand zu dem Angriff auf ein nigerianisches Waisenhaus bekannt, bei dem eine Gruppe bewaffneter Männer 23 Kinder entführte. Die Täter brachen am späten Sonntagabend (26. April), in die Einrichtung der „Dahallukitab Group of Schools“ in Lokoja, der Hauptstadt des Bundesstaates Kogi, ein und verschleppten die Kinder. Dies teilte der Pressesprecher der Regierung des des Bundesstaates Kogi, Kingsley Fanwo, am Montag in einer von den nigerianischen Behörden veröffentlichten Erklärung mit. Der Regierungsspreche erklärte außerdem, dass dank des schnellen und koordinierten Eingreifens der Sicherheitskräfte 15 Kinder gerettet werden konnten, acht jedoch weiterhin vermisst werden. Auch die Ehefrau des Waisenhausbesitzers wurde entführt, heißt es in der Erklärung. „Intensive Operationen laufen, um die sichere Rückkehr der verbleibenden acht Opfer zu gewährleisten und die Verantwortlichen zu fassen“, so der Beamte. Er fügte hinzu, dass das Waisenhaus offenbar „illegal“ und ohne Wissen der zuständigen Behörden und Sicherheitskräfte an einem abgelegenen Ort betrieben wurde.
Nigeria wird von zahlreichen Konflikten geplagt, von den langjährigen und gewaltsamen Angriffen der bewaffneten Gruppe Boko Haram über Bandenkriminalität und Auseinandersetzungen zwischen Bauern und Hirten bis hin zu Separatisten im Südosten. Die mit dem IS nahestehende Lakurawa-Gruppe ist ebenfalls in Gemeinden im Nordwesten des Landes, an der Grenze zu Niger, aktiv. Massenentführungen sind in Afrikas bevölkerungsreichstem Land, insbesondere in ländlichen Gebieten mit geringer staatlicher Präsenz, zu einer gängigen Methode für kriminelle Banden und bewaffnete Gruppen geworden, sich schnell zu bereichern. Im zentralen Norden Nigerias, wo sich auch der Bundesstaat Kogi befindet, kam es in den letzten Monaten bereits zu mehreren gewaltsamen Angriffen, darunter auch Schulüberfällen, von denen einige bewaffneten Gruppen zugeschrieben werden. Zu den Präzedenzfällen zählen die Entführung von vierundzwanzig Mädchen am 17. November 2025 im Schlafsaal einer Sekundarschule im Bundesstaat Kebbi im Nordwesten Nigerias (vgl. Fides 17/11/2025) sowie die Entführung von Hunderten von Schülern und Lehrern der katholischen St. Mary Grund- und Sekundarschule in der Gemeinde Papiri im Bundesstaat Niger im zentralen Norden Nigerias (vgl. Fides 21.11.2025).
Auch im Januar 2026 stellen Entführungen im Norden und Zentrum des Landes weiterhin eine große Sicherheitsbedrohung dar und gefährden das Recht einer ganzen Generation auf Bildung. Laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat die Angst vor Entführungen zur Schließung zahlreicher Schulen geführt, wodurch Millionen von Kindern in einer ohnehin schon gefährdeten Region keinen Zugang zu Bildung mehr haben.
(AP) (Fides 28/4/2026)


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