Kostenlose ärztliche Untersuchungen für alle: Kirchliche Einrichtungen und Gesundheitsbehörden setzen sich für Gesundheitsvorsorge ein

Montag, 27 April 2026

Von Andrew Doan Thanh Phong

Ho-Chi-Minh-Stadt (Fides) – Ho-Chi-Minh-Stadt, die größte und bevölkerungsreichste Stadt Südvietnams, plant, zwischen 2026 und 2030 insgesamt 15 Millionen Menschen kostenlose jährliche Gesundheitschecks anzubieten. Dieses Ziel geht einher mit dem Aufbau eines Systems zur Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung und der Digitalisierung des öffentlichen Gesundheitswesens.
Im Rahmen dieses Projekts startete das Gesundheitsamt von Ho-Chi-Minh-Stadt am 17. April gleichzeitig ein großangelegtes Programm kostenloser Gesundheitschecks in 168 Gesundheitszentren der Stadt. Medizinisches Personal aus über 100 Krankenhäusern wurde bereitgestellt, um kostenlose Untersuchungen durchzuführen und elektronische Gesundheitsakten für alle 15 Millionen Einwohner der Stadt anzulegen.
Alle Testergebnisse und Risikofaktoren, die sich aus den kostenlosen Gesundheitschecks der Einwohner von Ho-Chi-Minh-Stadt ergeben, werden in den elektronischen Gesundheitsakten aktualisiert und ermöglichen so eine umfassende und kontinuierliche Beobachtung der Gesundheit jedes Einzelnen. Ärzte glauben, dass dieses Modell, wenn es langfristig beibehalten würde, die Rate der Früherkennung von Krankheiten bei den Einwohnern von Ho-Chi-Minh-Stadt deutlich erhöhen und dadurch die Wirksamkeit der Behandlungen verbessern, die Sterblichkeitsrate senken und die finanzielle Belastung für Familien und die Gesellschaft verringern könnte.
Nguyen Manh Cuong, stellvertretender Vorsitzender des Volkskomitees von Ho-Chi-Minh-Stadt, erklärte: „Gesundheit ist nicht nur das wertvollste Gut eines jeden Menschen, sondern auch die Grundlage für Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung. Ho-Chi-Minh-Stadt – eine zivilisierte, moderne und integrative Stadt – misst sich nicht nur an ihrem Wirtschaftswachstum, sondern auch am Zugang ihrer Bevölkerung zu hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen.“ Ziel sei es, jedem Bürger mindestens eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung pro Jahr zu ermöglichen.
Das kostenlose Vorsorgeprogramm in Ho-Chi-Minh-Stadt wurde von vielen, insbesondere von Geringverdienern und Menschen mit niedrigem Einkommen, begrüßt. In Vietnam scheuen viele Menschen Vorsorgeuntersuchungen nicht nur aus Kostengründen, sondern auch aus Angst, im Falle einer Diagnose die Behandlungskosten tragen zu müssen und nicht mehr in der Lage zu sein, ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien zu bestreiten.
Nach Bekanntwerden der Möglichkeit kostenloser Gesundheitschecks bildeten sich bereits frühmorgens vor den Gesundheitseinrichtungen lange Schlangen, in die sich die Menschen wie vom medizinischen Personal angewiesen, einreihten, um sich untersuchen zu lassen.
Nguyen Thi Duyen (67), die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Lotterielosen auf der Straße verdient, nutzte die Gelegenheit, sich nach vielen Jahren endlich wieder untersuchen zu lassen. „Ich habe die Untersuchung gemacht, um besser zu verstehen, ob ich irgendwelche Krankheiten habe, damit ich meine Ernährung und meinen Lebensstil entsprechend anpassen kann. Nach der Untersuchung fühle ich mich beruhigt“, sagte Frau Duyen.
Giang Kim Quy (70) freut sich über eine Tüte Reis, die er nach der Untersuchung erhalten hat. „Heute hat mich der Arzt erneut untersucht, mir detailliertere Anweisungen gegeben, Medikamente verschrieben und mir erklärt, wie ich meinen Zustand überwachen kann. Bedürftige Menschen mit Krankheiten wie meiner sind sehr glücklich und dankbar für die unglaublich humanitäre Arbeit der Stadt, insbesondere im Gesundheitswesen. Dank dieses Programms müssen Senioren wie wir außerdem keine weiten Wege zurücklegen und sparen dadurch medizinische Kosten.“
Bereits am 29. März 2026 besuchten Mitarbeitende der Caritasstelle der Erzdiözese Saigon unter der Leitung von Schwester Nguyen Phuong Dung zusammen mit Ärzten, Apothekern, Zahnärzten und Freiwilligen die Pfarrei An Binh in der Diözese Buon Me Thuot im Süden Vietnams. Die kleine Pfarrei liegt in der Gemeinde Da Kia, einem armen Gebiet, umgeben von steilen Bergen und kurvenreichen Straßen. Dort lebt ein großer Teil der ethnischen Minderheit der S'tieng. Von den 2.500 Einwohnern dieser Berggemeinde sind nur etwa 20 % katholisch; die übrigen haben noch nie von Gott gehört. Zudem leben hier Migranten von der kambodschanischen Grenze. Das medizinische Team untersuchte die Dorfbewohner sorgfältig, um häufige Beschwerden wie innere Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Bluthochdruck zu diagnostizieren.
In letzter Zeit hat die öffentliche Gesundheit in Vietnam verstärkt Aufmerksamkeit vonseiten der Regierung und von Organisationen erhalten, die mit den Glaubensgemeinschaften, einschließlich der katholischen Kirche, verbunden sind. Der Slogan „Jeder hat das Recht auf Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung für ein langes und gesundes Leben“ gewinnt in der vietnamesischen Gesellschaft zunehmend an Popularität.
(Fides 27/4/2026)


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