Von Andrew Doan Thanh Phong
Hanoi (Fides) – Die erste Episode der Filmreihe „Dating on the Day of Eclipse“, die sich um das Leben einer vietnamesischen katholischen Familie dreht, hat kürzlich in Vietnam großen Erfolg beim Kinopublikum verzeichnet – und dies in einem Land, in dem der Anteil der katholischen Bevölkerung sehr gering ist (etwas mehr als 7 %) und in dem in der Gesellschaft nach wie vor Vorurteile und Misstrauen gegenüber dem Katholizismus bestehen.
Der Regisseur John Baptist Le Thien Vien porträtiert gekonnt eine Kirche inmitten einer Reisfeldlandschaft durch wunderschöne, klare Aufnahmen in der Pfarrei Tra May in Zentralvietnam, wo die Hauptdarstellerin Thien An und ihre Mutter, Frau Ha – eine bekannte vietnamesische Filmschauspielerin namens Le Khanh – in einer gläubigen katholischen Familie leben; beide besuchen regelmäßig die täglichen Messen und Gebete und beteiligen sich aktiv an den Initiativen der katholischen Pfarrei.
Der Film erzählt die Geschichte einer Liebe aus dem Jahr 1995 zwischen Thien An und einem nicht-katholischen Mann, die von ihrer Mutter abgelehnt wird, da diese befürchtet, dass ihre einzige Tochter den katholischen Glauben nicht bewahren werde, wenn sie mit einem nicht-katholischen Ehemann zusammenlebe – obwohl dieser verspricht, sich taufen zu lassen. Außerdem hat sie den Plan, ihre Tochter mit einem jungen Mann aus einer angesehenen katholischen Familie mit festem Arbeitsplatz zu verheiraten, und ihr damit, ein glückliches Eheleben zu sichern. Doch Thien An hat sich in diesen nicht-katholischen Mann verliebt. Angesichts der Schwierigkeiten und zerrissen von ihrem inneren Konflikt trifft sie schließlich die Entscheidung, ihr Leben Gott zu weihen und Nonne zu werden.
Die Geschichte spiegelt dabei die Gedanken katholischer Familien in der vietnamesischen Gesellschaft wider, wenn ihre Kinder das heiratsfähige Alter erreichen.
Der Regisseur John Baptist Le Vien Thien hat sich mit Leib und Seele der Produktion dieses Films gewidmet, wie er selbst erklärte: „Als Katholik wollte ich unbedingt etwas tun, um das Evangelium denen zu verkünden, die Gott nicht kennen. Es gibt zwei Gründe, warum ich diesen Film gedreht habe: Erstens wollte ich eine Geschichte erzählen, die mir schon seit langem am Herzen lag. Zweitens wollte ich den Menschen helfen, den katholischen Glauben besser zu verstehen.“ Er fügte hinzu: „Um eine Geschichte über katholische Ordensfrauen in Vietnam zu erzählen, insbesondere über romantische Liebe, musste ich viel recherchieren. Anfangs war ich sehr besorgt, aber als ich die katholischen Schwestern traf, stieß ich jedoch nicht an die Grenzen oder Barrieren, die ich mir vorgestellt hatte.“
Die Frage aus dem Film „Bist du katholisch?“, den Frau Hoa, die Mutter von Thien An, an den Verlobten ihrer Tochter richtete, ist in diesen Tagen in den sozialen Netzwerken zu einem „viralen Trend“ geworden. Dies veranlasste auch Pater John Baptist Phan Dinh Toai, sich an seine eigene Mutter zu erinnern, als er der Schauspielerin sagte: „Du hast das Bild einer vietnamesischen katholischen Mutter, die den Glauben ihrer Tochter schützen will, sehr tiefgründig dargestellt, und das hat mich daran erinnert, was meine Mutter sagte, als ich eine Freundin hatte, bevor ich in das katholische Kloster eintrat.“
Um die Rolle der katholischen Mutter Le Khanh zu spielen, ging die nicht-katholische Schauspielerin einen Monat lang regelmäßig in die Kirche, um an der täglichen Messe teilzunehmen und sich an anderen Aktivitäten der katholischen Gemeinde zu beteiligen. Sie erzählte: „Jedes Mal, wenn ich die Kirche betrat, um der Predigt des Priesters zu lauschen, nahm die Figur, die ich spielen sollte, allmählich Gestalt an. Es kam mir vor, als würde ich nicht in einem Film mitspielen, sondern im Bewusstsein einer katholischen Frau leben.“
Die Handlung dieses Films gilt im vietnamesischen Kino als ungewöhnlich: Obwohl der Katholizismus nicht offen erwähnt wird, werden katholische Ethik und Spiritualität authentisch eingebunden, wodurch die Geschichte für das Publikum spannend und leicht nachvollziehbar wird. Der Film markiert somit einen bedeutenden Wendepunkt im vietnamesischen Kino und eröffnet Raum dafür, religiöse Inhalte auf einfühlsame und tiefgründige Weise zu erzählen.
Nach den neuesten Daten beliefen sich die Gesamteinnahmen des Films nach nur drei Wochen in den Kinos auf etwa 89 Milliarden VND (umgerechnet 3.423.076 USD), womit er trotz der Konkurrenz durch viele ausländische Filme, die im gleichen Zeitraum liefen, den ersten Platz auf dem vietnamesischen Kinomarkt behauptete.
Nichtkatholiken konnten durch den Film ein positiveres Bild von Katholiken und ihrem Glauben gewinnen und verstehen, dass Gott für Katholiken kein fernes Konzept ist, sondern eine lebendige Präsenz in jedem Augenblick des Alltags. Darüber hinaus kann dieser vielgelobte Film Nichtkatholiken eine sehr authentische Geschichte vermitteln und zeigen, dass der Katholizismus die Menschen nicht vom Leben entfernt, sondern ihnen hilft, es bewusster zu leben; dass er den Menschen nicht die Freiheit nimmt, sondern sie erleuchtet und auf den rechten Weg führt; dass er die Liebe nicht auslöscht, sondern sie läutert. Und vielleicht ist die ruhige, aber aufrichtige Art, diesen Film dem vietnamesischen Publikum zu „präsentieren“, ein überzeugendes Zeugnis für die Schönheit des katholischen Glaubens im Herzen der heutigen Welt.
(Fides 13/4/2026)