AFRIKA/SÜDSUDAN- Bischof Tombura-Yambio: “Das Verschwinden von Pfarrer Luke Yugue und seines Fahrers Michael Gbeko gleicht einer Wunde, die nicht heilen will”

Dienstag, 28 April 2026

Juba (Agenzia Fides) – Das „schmerzhafte und ungeklärte Verschwinden von Pater Luke Yugue und seinem Fahrer Michael Gbeko am 27. April 2024“ gleicht einer „Wunde, die nicht heilen will“, so Eduardo Hiiboro Kussala, Bischof von Tombura-Yambio im Südsudan, zum mysteriöse Verschwinden des jungen Priesters und seines Fahrers, die am 27. April 2024 spurlos verschwanden, nachdem sie den Bezirk Nagero mit ihrem Motorrad in Richtung Tombura im Bundesstaat Western Equatoria verlassen hatten.
Obwohl einen Monat nach ihrem Verschwinden ein Totengebet für den Priester und seinen Begleiter abgehalten wurde (vgl. Fides 23/05/2024), ist die Frage nach ihrem Schicksal bis heute ungeklärt.
In einer kürzlich veröffentlichten Botschaft äußerte Bischof Kussala seine Hoffnung, „die Wahrheit über unsere vermissten Brüder und Schwestern, unsere vermissten Kinder zu erfahren und Gewissheit darüber zu erlangen“. „Die Zeit ist vergangen, doch die Fragen bleiben. Der Schmerz bleibt. Das Vermissen bleibt“, so der Bischof.
„Wir gedenken ihrer nicht nur mit Schmerz, sondern auch mit Glauben, Mut und einem unerschütterlichen Engagement für Wahrheit und Gerechtigkeit“, so der Bischof weiter. „Pfarrer Luke war ein Diener des Evangeliums, ein Hirte, der sich der Mission des Friedens, der Versöhnung und der Hoffnung in Christus verschrieben hatte. Michael Gbeko, sein Mitarbeiter, ging treu an seiner Seite“, bekräftigt Bischof Kussala und betont, dass die beiden Vermissten „nicht nur ihren Familien oder der Kirche gehörten. Sie gehörten uns allen. Ihr Verschwinden ist kein privater Verlust. Es ist eine nationale Wunde. Es ist eine moralische Prüfung für unsere Gesellschaft.“
In einer früheren Botschaft, die ein Jahr nach dem Verschwinden veröffentlicht wurde, erklärte der Bischof: „Wir suchen sie weiterhin nach ihnen; wir suchen weiterhin die Wahrheit; wir streben weiterhin nach Gerechtigkeit.“ Drei Ziele, das – so Bischof Kussala – „die ich heute mit noch größerer Dringlichkeit wiederhole“.
Der Bischof von Tombura-Yambio appelliert an die Regierung, an die er sich „mit seelsorgerlicher Verantwortung und moralischer Klarheit“ wendet, „ihrem Auftrag entsprechend zu handeln“, um „Gerechtigkeit zu schaffen und Frieden wiederherzustellen“. „Üben Sie eine Führung aus, die Ihres Volkes würdig ist. Autorität ist nicht nur Macht, sondern auch Verantwortung vor Gott und vor der Geschichte“, mahnt Bischof Kussala.
Das Verschwinden des jungen Priesters und seines Fahrers ist jedoch kein Einzelfall. „In unserem ganzen Land sind viele Menschen verschwunden. Viele Leben wurden leichtfertig ausgelöscht. Viele Familien trauern weiterhin im Stillen“, so der Bischof von Tombura-Yambio, der dazu aufruft, „eine Kultur zu schaffen, in der das Leben geschützt wird, in der niemand spurlos verschwindet, in der Gerechtigkeit nicht willkürlich ist und in der der Frieden auf der Wahrheit gründet.“
Die Botschaft schließt mit einem Beileidsbekundung für die Familien der Verschwundenen und der Ankündigung, dass die Messen im Bistum an den Jahrestagen ihres Verschwindens künftig „besondere Gebetsanliegen für Pater Luke Yugue und Michael Gbeko“ beinhalten werden.
(L.M.) (Fides 28/4/2026)


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