unsdg.un.org/un-in-action/angola
Luanda (Fides) – Die angolanische Kirchenprovinz Saurimo umfasst die Diözese Luena in der Provinz Moxico, die Diözese Dundo in der Provinz Lunda Norte und die Erzdiözese Saurimo in der Provinz Lunda Sul. Die Erzdiözese und die beiden Suffraganbistümer liegen im Osten Angolas, einer Region, die reich an natürlichen Ressourcen ist, von denen die lokale Bevölkerung jedoch nicht profitiert.
Die Diskriminierung der Bewohner Ostangolas (zu dem die Provinzen Moxico, Lunda Norte, Lunda Sul und Moxico Leste gehören) steht seit Jahren im Mittelpunkt der Proteste lokaler zivilgesellschaftlicher Organisationen. Die Region beherbergt die größten Diamantenvorkommen des Landes und verfügt über die reichhaltigsten Wasserressourcen, Holzvorkommen und landwirtschaftlichen Flächen Angolas, doch wie lokale Vertreter betonen, wird sie weiterhin systematisch ausgebeutet.
Die Bewohner der Provinzen im Osten Angolas beklagen den Mangel an Trinkwasser, das Fehlen von Straßen, die Gemeinden und Provinzen verbinden, den Mangel an Stromversorgung, die katastrophale Gesundheitslage, die hohe Zahl von Kindern, die keine Schule besuchen und zum Betteln gezwungen sind, sowie die Marginalisierung der Tchokwe-Kultur.
Im Jahr 2006 wurde die Bewegung des portugiesischen Protektorats von Lunda Tchokwe (Movimento do Protetorado Português da Lunda Tchokwé, MPPLT) gegründet, die die Autonomie der Region vom Rest Angolas auf der Grundlage des von Portugal Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Protektorats fordert, als sich die Diplomatie Lissabons die Souveränität über einen Großteil des angolanischen Hinterlands sicherte, in dem sie keine tatsächliche Präsenz hatte. Dies geschah durch den Abschluss von Verträgen mit den Stammesführern verschiedener Regionen, die die Bewegung nach eigenen Angaben vertritt. Das Gebiet umfasst praktisch die östliche Hälfte Angolas.
Die Verantwortlichen der Bewegung vertreten die Ansicht, dass dieses gesamte Gebiet administrativ nie zum Staat Angola gehörte, sondern Angola illegal angegliedert wurde, als dieses 1975 die Unabhängigkeit erlangte.
Aus den Erklärungen der MPPLT geht nicht eindeutig hervor, ob die Forderungen der Bewegung auf Autonomie oder Unabhängigkeit abzielen. In einer Erklärung, die anlässlich des Besuchs des damaligen portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa in Angola veröffentlicht wurde, erwähnte die Bewegung beide Ziele im selben Absatz: „Lunda Tchokwe verdient die Unabhängigkeit aufgrund des Naturrechts und rechtlich aufgrund der Protektoratsverträge, die die Vorfahren der Lunda mit den Portugiesen unterzeichnet haben; eine Autonomie, analog zu der der Inseln Madeira und der Azoren gegenüber Portugal.“
Vor dem Hintergrund von Armut, Identitätsforderungen und staatlicher Abwesenheit breiten sich „magische Praktiken“ aus, die auch Auswirkungen auf die öffentliche Ordnung haben können, wie am 30. Januar 2021, als mehrere Menschen bei Zusammenstößen mit der Polizei während einer von der MPPLT organisierten Demonstration ums Leben kamen.Laut einer Untersuchung des Journalisten Rafael Marques de Morais glaubten viele der Marschteilnehmer damals, dank magischer Rituale, die von den Organisatoren und Anführern der Bewegung vor der Demonstration durchgeführt worden waren, vor Verletzungen und dem Tod geschützt zu sein. Morais, der ein Buch zu diesem Thema mit dem Titel „Miséria & Magia: Revolta em Cafunfo“ veröffentlicht hat, behauptet, dass die „magischen Rituale“ dazu dienten, die Menge zu mobilisieren und dank eines besonderen übernatürlichen Schutzes Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften zu provozieren.
Das Phänomen des Hexenglaubens wurde auch von Erzbischof José Manuel Imbamba von Saurimo scharf angeprangert. Seiner Meinung nach zerstören die Schamanen „Gemeinschaften, spalten und verarmen Familien und verhindern die Entwicklung“ (vgl. Fides 25/6/2025).
(L.M.) (Fides 7/4/2026)