ASIEN/JEMEN - Bischof Martinelli zum 10. Jahrestag des Anschlags auf Missionarinnen der Nächstenliebe “Zeuginnen der Liebe Christi“

Mittwoch, 4 März 2026

Von Gianni Valente

Aden (Fides) – Schwester Reginette und Schwester Margarita kamen aus Ruanda, Schwester Anselma aus Indien und Schwester Judith aus Kenia. Die vier Missionarinnen der Nächstenliebe wurden am 4. März 2016 von einer Gruppe Dschihadisten ermordet, die das von den Schwestern von Mutter Teresa geführte Altenheim in Aden überfielen und dabei auch zwölf Mitarbeitende verschiedener Nationalitäten und Religionen töteten. Pater Tom Uzhunnalil von den Salesianern Don Boscos wurde von den Terroristen entführt und nach langer Gefangenschaft im September 2017 freigelassen.
Das Apostolische Vikariat Südarabien gedenkt heute des 10. Jahrestages des Märtyrertodes der vier Ordensfrauen mit einer Gedenkfeier unter Vorsitz von Bischof Paolo Martinelli, Apostolischer Vikar von Südarabien, in der Kathedrale St. Joseph in Abu Dhabi vor.
„Das Gedenken an diesen Jahrestag ist in einer Zeit, in der die gesamte Golfregion einen schweren Konflikt durchlebt, eine Quelle der Hoffnung“, betont Bischof Martinelli in einer Verlautbarung mit Blick auf den Jahrestag. „Die Missionarinnen der Nächstenliebe“, fügt er hinzu, „haben ihr Leben hingegeben, und einige von ihnen sind noch heute im Jemen präsent, wo sie sich ohne Unterschied um die Ärmsten kümmern und so die Liebe Christi bezeugen, die alle Barrieren überwindet. Wenn wir auf sie schauen, fühlen wir uns ermutigt, in diesem Land Friedensstifter zu sein.“
Die vier vor zehn Jahren ermordeten Ordensschwestern kümmerten sich in ihrer Einrichtung vorwiegend um alte und kranke Muslimen. Die lokale Bevölkerung liebte sie und „bewunderte ihre Art, anderen zu dienen, ohne auf die Religionszugehörigkeit zu achten, sondern nur auf die Entscheidung, denen den Vorzug zu geben, die es am meisten brauchen“, hatte ihr damaliger Bischof und Apostolischer Vikar des Südlichen Arabien, der Kapuziner Paul Hinder, kurz nach dem Massaker betont.
„Das Zeugnis der in Aden ermordeten Missionarinnen der Nächstenliebe“, so Bischof Martinelli, der ebenfalls dem Kapuzinerorden angehört, heute, „nährt weiterhin das Leben unserer Kirche und spornt uns an, unseren Glauben jeden Tag mit Freude und Engagement zu leben. Wie Bischof Paul Hinder damals kurz nach den Ereignissen von 2016 schrieb: ‚Wir bitten die vier Märtyrerinnen, für den Jemen und den gesamten Nahen Osten Fürsprache zu halten, damit Frieden einkehrt und die Gewalt aufhört‘.“
Die kurz nach dem Massaker verbreiteten Fotos zeigten auch Leichen der Ordensfrauen. Man konnte deutlich sehen, dass zwei von ihnen zum Zeitpunkt ihres Martyriums über ihrer Ordenskleidung Küchenschürzen trugen. Solche, die man bei Arbeiten trägt, bei denen man sich die Hände schmutzig macht, um die Ordenskleidung nicht zu beschmutzen.
Bischof Tonino Bello, der 1993 verstorbene Bischof aus Apulien, flehte den Herrn regelmäßig an, „für einige Jahre die Theologen und alle Redner” zum Schweigen zu bringen, die in der kirchlichen Gemeinschaft nur Reden halten. Seiner Meinung nach brauchte die Mission der Kirche genau das Bild dieser Schürze: „Es ist die Schürze”, wiederholte er immer wieder, „die wir als Kirche anlegen müssen. Wir müssen uns wirklich die Schürze umbinden.” Ein eindrucksvolles Bild, gewählt in Anlehnung an das Tuch, das Christus sich um die Hüften band, bevor er seinen Jüngern vor seiner Passion die Füße wusch. „Die Kirche mit der Schürze”, fügte Tonino Bello hinzu, „ist die Kirche, die Jesus bevorzugt, weil er selbst es so gemacht hat.”
Die Ordensschwestern im Jemen wurden getötet, während sie die Schürzen trugen, mit denen sie jeden Tag aus Liebe zu Christus arme, alte und kranke Muslime versorgten. Sie missionierten nicht. Sie desinfizierten Wunden und spendeten müden Menschen Trost. Der Hass, der ihre wehrlosen Körper tötete, war grundlos, wie der Hass, der Christus ans Kreuz brachte.
„Je näher die Kirche Jesus Christus ist, desto mehr hat sie Anteil an seinem Leiden“, sagte damals der inzwischen verstorbene Comboni-Missionar und Bischof Camillo Ballin, damals Apostolischer Vikar des Nördlichen Arabien, gegenüber der Fides, als er über die vier in Aden ermordeten Ordensfrauen sprach. Und wer sich Christus nähert, fügte Bischof Ballin hinzu, „ist an seinem Leiden und seinem Tod beteiligt, um auch an der Herrlichkeit seines Sieges teilzuhaben“.
Die Schwestern der von der Heiligen Teresa von Kalkutta gegründeten Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe, sind seit 1973 auf Einladung der damaligen Regierung Nordjemens im Jemen präsent. Auch das „Altenheim” der Schwestern in Aden wurde am 25. März 1992 auf Wunsch der Regierung eröffnet.
Noch heute – heißt es in einer Mitteilung des Apostolischen Vikariats Südarabien – „bleibt die Präsenz der Missionarinnen der Nächstenliebe im Jemen durch ihren Dienst an den Schwächsten und Ärmsten ein bescheidenes, aber starkes Zeichen der Hoffnung. Zwei Gemeinschaften der Missionarinnen der Nächstenliebe setzen ihren Dienst in Hodeidah und Sana'a fort”.
(Fides 4/3/2026)


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