Wenzhou (Fides) – Fastenpraktiken sind keine aus Selbstbezogenheit selbstauferlegte Entbehrungen, sondern Ausdruck der Dankbarkeit für Frieden und Glück. In diesem Sinne begeht die Pfarrei Lucheng in der Diözese Wenzhou (Provinz Zhejiang) die Fastenzeit fort, die am Aschermittwoch, dem 18. Februar, begann.
Gebet, Fasten, Fleischverzicht, Bußgebete und Gelübde und vor allem Werke der Nächstenliebe prägen die sechs Wochen der Fastenzeit, in der die Gläubigen den Spuren Jesu folgen, der Leid und Tod ertrug, um zur Auferstehung zu gelangen. Im Mittelpunkt dieser Zeit stehen die St.-Pauls-Kathedrale und andere Kirchen, Kapellen und Gebetsräume.
Die Pfarrei hat ein Programm entwickelt, um alle Gläubigen bei der Umsetzung der Fastenpraktiken zu unterstützen – sowohl individuell als auch gemeinschaftlich – und sie als Gelegenheiten zur inneren Wandlung durch Nächstenliebe zu nutzen. Durch die Befolgung des „Programms zur Praxis der Nächstenliebe“, das den Gemeindemitgliedern am vorhergehenden Sonntag im Voraus zugeteilt wurde, kann jedes Mitglied der katholischen Gemeinde schrittweise auf einen Weg der Nächstenliebe und des Teilens im Rahmen von wohltätigen Werken und Gesten geführt werden, der bis zum Osterabend hinführt.
Das Motto der ersten Woche lautet „Liebe zu Gott wecken“; die zweite Woche konzentriert sich auf „Selbstliebe üben“; die dritte Woche lädt dazu ein, „Liebe für die eigene Familie zu leben“; die vierte Woche erweitert unseren Horizont und fordert dazu auf, „Nächstenliebe zu praktizieren“; die fünfte Woche ist der „Erneuerung“ gewidmet; und die sechste und letzte Woche lädt dazu im Geiste Jesu ein, „mit ihm zu gehen“ bis zum Geheimnis der Auferstehung.
Das „Programm zur Praxis der Nächstenliebe“ soll den Gläubigen konkrete und umsetzbare spirituelle Anleitung bieten und ihnen helfen, ihren Glauben im Alltag während der Fastenzeit zu leben und zu bezeugen, die sie auf die Ankunft des auferstandenen Christus vorbereitet.
Während eines feierlichen Gottesdienste empfingen die Teilnehmer des Aschermittwochs das Aschekreuz – ein Zeichen, das jeden Einzelnen daran erinnert, dass er ein Geschöpf ist, das von der Liebe Gottes des Vaters angenommen, gewollt und umarmt wird und berufen ist, dem Frieden und der Freude entgegenzugehen, die Christus an Ostern schenkt.
(NZ) (Fides 24/2/2026)