ASIEN/MYANMAR - Neue Herz-Jesu-Kirche in Zeiten des Krieges: „Gott ist Liebe“

Dienstag, 24 Februar 2026

RVA

Yangon (Fides) – Eine Kirche, die der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu gewidmet ist – eine Verehrung, die in Myanmar, in einer von Krieg und Leid geprägten Zeit, immer mehr an Bedeutung gewinnt – wurde in der Erzdiözese Yangon, einer Stadt in Zentralmyanmar, anlässlich der Gründung einer neuen Pfarrei eröffnet. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Pfarreien in der Erzdiözese auf 53: Die katholische Herz-Jesu-Kirche im Dorf Sauk Wain Gyi wurde Mitte Februar eingeweiht und Pfarrer Leo Kyaw Win, dem ersten Pfarrer der neuen Pfarrgemeinde, anvertraut.
Die Herz-Jesu-Pfarrei versteht sich als zentraler Anlaufpunkt für die katholischen Gemeinden mehrerer Dörfer am Stadtrand von Yangon: Über 800 Gläubige nahmen an der Eucharistiefeier teil, mit der die neue Kirche offiziell an die Gemeinde übergeben wurde.
In seiner Predigt betonte der Weihbischof von Yangon, Raymond Wai Lin Htun, dass die Liebe, die vom Heiligen Herzen Jesu ausgeht, Dreh- und Angelpunkt der neuen Gemeinde bildet: „Liebe ist allgegenwärtig. Man kann sagen, dass Liebe der Ursprung von allem ist. Gott ist Liebe“, sagte er. Inspiriert von der Evangeliumsgeschichte der Speisung der Fünftausend durch Jesus, hob Bischof Raymond hervor, dass „wahres Mitgefühl über Gefühle hinausgeht und sich in Taten äußert“. Er erinnerte daran, dass „Gottes Liebe Grenzen überwindet und selbst die schwierigsten Momente des Lebens erreicht“, wie sie das burmesische Volk derzeit in einem Land erlebt, das seit fünf Jahren von einem Bürgerkrieg erschüttert wird.
In einer kurzen Botschaft an die Gläubigen zog der Erzbischof von Yangon, Kardinal Charles Maug Bo, eine Parallele zwischen dem Dorf Sauk Wain Gyi und Nazareth. „Obwohl Nazareth als unbedeutend galt, brachte es den Erlöser der Welt hervor“, betonte er. Das kleine Dorf Sauk Wain Gyi habe der katholischen Gemeinde bereits zwei Priester geschenkt, so der Kardinal. Er äußerte die Hoffnung, dass die neue Pfarrei zu einem Zentrum der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu, einer Quelle des Friedens und der Nächstenliebe, werden werde.
Die Gründung der Herz-Jesu-Pfarrei ist Teil der Bemühungen, die pastorale Arbeit der Kirche von Yangon in den ländlichen Gebieten zu stärken und soll ein Zeichen des Wachstums und der Evangelisierung sein, die auch in Zeiten von Not, Entbehrung und Unsicherheit anhält.
Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu gründet sich auf Christi Liebe zur Menschheit, symbolisiert durch sein durchbohrtes Herz. Entstanden aus den Offenbarungen an die heilige Margareta Maria Alacoque im 17. Jahrhundert, drückt sie sich aus durch Gebet, persönliche und gemeinschaftliche Weihe sowie die Feier der Eucharistie an den ersten Freitagen des Monats, die spirituelle Gnaden und den Frieden verspricht.
(PA) (Fides 24/2/2026)


Teilen: