Archdiocese of Yangon
Yangon (Fides) – Der Bürgerkrieg in Myanmar befindet sich weiterhin in einer Pattsituation, da „keine der beiden Seiten einen entscheidenden Sieg erringen konnte, noch ist eine vollständige Niederlage in Sicht ist“, heißt es in dem kürzlich erschienenen Bericht „The State of Myanmar“ 2026 des thailändischen Thinktanks „Institute for Strategy and Policy“.
„Gleichzeitig hält die Gewalt mit schwerwiegenden Folgen für die Bevölkerung in vielen Landesteilen an. Das Militär versucht, die Sagaing-Region durch verstärkte Bombardierungen zu erobern und bringt so Gefahr und tiefes Leid für die Zivilbevölkerung“, erklärt der Katholik Joseph Kung aus Yangon gegenüber Fides. „Nach den Wahlen wird im März eine zivile Regierung erwartet, doch wird sich nicht viel ändern, da das Militär selbst regieren wird – in Zivilkleidung und ohne Uniform“, betont er.
In dieser Situation haben die burmesischen Gläubigen die Fastenzeit mit intensivem Gebet, Fasten und Werken der Nächstenliebe begonnen. „Die Botschaft von Papst Leo beeindruckte uns vor allem durch die praktische Aufforderung zum Fasten, nicht nur vom Essen, sondern auch von Verleumdung und allem Übel“, bemerkt Kung.
„Bischöfe und Priester haben die Papstbotschaft verbreitet, und die Gläubigen befassen sich mit dem Inhalt. Für uns alle ist sie eine Quelle der Ermutigung und Hoffnung. Für die burmesischen Gläubigen, die Not und Vertreibung erleben, bedeuten die Worte des Papstes psychologische und spirituelle Unterstützung. Sie ermutigen uns auch, Solidarität miteinander zu zeigen und denjenigen nahe zu sein, die am meisten leiden. Die Gläubigen Myanmars sind Papst Leo zutiefst dankbar und hoffen auf einen Wendepunkt des Friedens für die Nation“, fährt er fort.
Im Zeichen des Friedens nahmen die burmesischen Katholiken aus allen Diözesen des Landes an der 124. nationale Marienwallfahrt teil. Tausende Pilger kamen vom 6. bis 15. Februar im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Lourdes in Nyaunglebin im Erzbistum Yangon zu den neuntägigen Feierlichkeiten zusammen. Die Pilger vertrauten sich erneut der Jungfrau Maria an und erhielten eine eindringliche Einladung, Friedensstifter in einer von Konflikt und Spaltung gezeichneten Nation zu werden.
Die Feierlichkeiten endeten mit einer feierlichen Dankmesse unter dem Vorsitz von Kardinal Charles Maug Bo, der Myanmars dringendes Bedürfnis nach Versöhnung hervorhob. „Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass trotz vieler Schwierigkeiten und Widrigkeiten so viele Gläubige mit großer Hingabe und tiefem Glauben zum Marienheiligtum von Nyaunglebin kommen“, so Kardinal Bo, der auch an die Herausforderungen erinnert, die die Pilger auf sich genommen haben.
Kardinal Bo zog eine Parallele zwischen Nyaunglebin und Lourdes und bemerkte: „Maria erschien nicht den Mächtigen, sondern einem armen, kranken Mädchen, der heiligen Bernadette, so wie sie auch heute noch bescheidene Orte wählt, die vom Leid gezeichnet sind“. Nyaunglebin sei heute kein Ort des Reichtums, „sondern eine Region der Vertreibung, zerbrochener Familien und der Unsicherheit.“ Maria, sagte der Kardinal, „brachte Gebet und Heilung. Sie ließ Wasser fließen, um die leidende Welt zu heilen“. Wahrer Frieden, betonte er, „kann nicht von oben verordnet werden. Er beginnt nicht mit der Regierung. Frieden beginnt in unseren Herzen“. „Maria lädt uns ein, Friedensstifter zu sein“, fuhr er fort und forderte die Gläubigen auf, Vergebung und Verständnis dem Hass vorzuziehen.
Während der Feierlichkeiten überbrachte Monsignore Andrea Ferrante, Geschäftsträger des Heiligen Stuhls in Myanmar, die Grüße von Papst Leo XIV. und beschrieb den Wallfahrtsort als einen Ort der Begegnung mit Gott. An die Jugendlichen gewandt, erinnerte er daran, dass Maria selbst jung war, als sie Gottes Ruf folgte. „Habt keine Angst, Ja zum Herrn zu sagen“, sagte er.
(PA) (Fides 20/2/2026)