AFRIKA/SIMBABWE - “Gigantischer Betrug”: Opposition stellt Wahlergebnis in Frage

Dienstag, 29 August 2023 wahlen  

Harare (Fides) - "Es ist ein eklatanter und gigantischer Betrug", so Nelson Chamisa, der Oppositionsführer und Hauptherausforderer des scheidenden Präsidenten Emmerson Mnangagwa, zum Ergebnis der Wahlen vom 23. August (vgl. Fides 24/8/2023), bei denen Mnangagwa für eine zweite Amtszeit bestätigt wurde.
Die Wahlergebnisse wurden am späten Abend des 26. August veröffentlicht, nur 48 Stunden nach Schließung der Wahllokale bei der Wahl, die bis zum 2. August gedauert hatte. Zunächst hatten die Wahlbeamten geplant, die Ergebnisse fünf Tage nach Ende der Wahl bekannt zu geben.
Die Schnelligkeit der Bekanntgabe der Wahlergebnisse veranlasste die Opposition, das Ergebnis der endgültigen Auszählung in Frage zu stellen. „Wir lehnen jedes Ergebnis ab, das in aller Eile und ohne ordnungsgemäße Überprüfung ermittelt wurde", sagte ein Sprecher von Chamisas Partei (Citizens Coalition for Change-CCC).
Nach den offiziellen Ergebnissen erhielt Mnangagwa 52,6 % der Stimmen, während Chamisa 44 % der Stimmen erhielt.
Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte unterdessen, er sei besorgt über die "Verhaftungen von Beobachtern, Berichte über Einschüchterung von Wählern und Gewaltandrohungen", die vor, während und nach der Wahl stattgefunden hätten.
Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa erklärte, sein Land „habe die vorläufigen Erklärungen der Beobachtermission der Afrikanischen Union (AU) und der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) zur Kenntnis genommen" und forderte alle Parteien in Simbabwe zur Zusammenarbeit auf. Die SADC-Mission meldete Verzögerungen bei der Stimmabgabe, Verbote von Kundgebungen der Opposition und eine unvollständige Berichterstattung in den staatlichen Medien, während der Leiter der AU-Beobachtermission sagte, die Wahlen hätten in einem "Klima der Angst" stattgefunden.
(L.M.) (Fides 29/8/2023)


Teilen: