OZEANIEN/AUSTRALIEN - Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz mahnt zur Aufnahme afghanischer Flüchtlinge

Dienstag, 24 August 2021 menschenrechte   solidarietät     flüchtlinge  

Sydney (Fides) - In einem Brief an den australischen Premierminister Scott Morrison bringt der Vorsitzender der Australischen Bischofskonferenz, Erzbischof Mark Benedict Coleridge von Brisbane seine tiefe Besorgnis und Solidarität mit der afghanischen Bevölkerung zum Ausdruck. In dem Schreiben betont Erzbischof Coleridge, dass die Entscheidung der Regierung, zusätzlich zu den bereits in der Vergangenheit aufgenommenen 8.000 Flüchtlingen nun 3.000 weitere Afghanen aufzunehmen, "eine wichtige Zusage ist“. „Aber es ist sicherlich notwendig, mehr zu tun“, so der Erzbischof weiter. Auf der Grundlage der Schätzungen der wichtigsten humanitären Organisationen und der Zusagen anderer Länder müssen nach Ansicht von Erzbischof Coleridge, mindestens weitere 17.000 afghanische Bürger aufgenommen werden.
"Australien hat in der Vergangenheit bereits mehrfach auf große humanitäre Krisen reagiert“, merkt Erzbischof Coleridge an, „In Anbetracht dessen fordere ich die Regierung auf, auch in diesem Fall großzügig zu sein. Katholische Organisationen sind bereit, die Institutionen bei der Wiederansiedlung von Flüchtlingen zu unterstützen. Es ist auch unsere moralische Pflicht, denjenigen beizustehen, die im Laufe der Jahre die australischen Streitkräfte unterstützt haben, wie z.B. Dolmetscher oder andere Dienstleister, die sehr wahrscheinlich Repressalien für ihre Arbeit erleiden werden".
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz erinnert abschließend auch ausdrücklich an die die Lage von Frauen, die derzeit am meisten gefährdet sind, und an das Problem der Religionsfreiheit: "Frauen sind am meisten gefährdet und Australien sollte ihre Würde und Rechte anerkennen und unterstützen“, betont er in diesem Zusammenhang. Und „Es ist notwendig, Afghanen, die wegen ihres Glaubens, ihrer Werte und ihres Lebensstils Gefahr laufen, verfolgt oder gar getötet zu werden, Zuflucht zu gewähren".
(LF) (Fides 24/8/2021)


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