AMERIKA/PERU - Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl: Bischöfe äußern sich zu “schwierigen Momenten”

Mittwoch, 26 Mai 2021 wahlen   bischofskonferenzen   menschenrechte    

Lima (Fides) - Nach peruanischem Brauch hat die peruanische Bischofskonferenz die beiden Kandidaten der Stichwahl für die Präsidentschaft am kommenden 6. Juni jeweils zu einem "brüderlichen Treffen" eingeladen. Das Treffen mit Keiko Fujimori von der Partei „Fuerza Popular“ fand bereits am Montag, den 24. Mai statt, während die Bischöfe noch auf eine Antwort von Pedro Castillo von der Partei „Peru Libre“ wartet.
In ihrem Hirtenbrief zu Pfingsten äußerten sich die Bischöfe im Vorfeld der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen zu den "schwierige Momente", die das Land derzeit erlebt.
Die Bischöfe erinnern daran, dass "es die Pflicht eines Bürgers ist, zu wählen und seine Stimme verantwortungsvoll Stimme abzugeben, indem er über die Gegenwart und die Zukunft des Landes nachdenkt". Deshalb beten die Bischöfe für die Wähler um Weisheit, damit sie „den besten Kandidaten für die Nation erkennen und wählen“, um das Land zur Überwindung der Krise im sozialen, politischen, wirtschaftlich Bereich und im Bildungs-, Gesundheitswesen zu führen und die Korruption zu überwinden, die alle betrifft, insbesondere "die schwächsten und verletzlichsten".
Die Kirche lädt die Bürger dazu ein, "frei und gut informiert" abzustimmen. Im Kontext der Feiern der zweihundertjährigen Unabhängigkeit "müssen diese Wahlen eine Gelegenheit sein, die Grundwerte der Nation zu stärken“. Es gehe um den Schutz von „Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Unabhängigkeit der Mächte, Menschenwürde, Leben, Familie, Eigentum“ und die „Achtung der internationalen Verträge". Darüber hinaus müssen wir durch diese Wahlen "die großen ethischen, moralischen und religiösen Werte bekräftigen, auf die unsere Nation von Anfang an gründete“ und die „die große moralische Reserve des Landes bilden".
Der Hirtenbrief erinnert daran, dass die Kirche sowohl den Kommunismus ablehnt, da er den Menschen auf die wirtschaftliche Sphäre reduziert und seine Grundfreiheiten einschränkt, als auch den unbegrenzten Kapitalismus verurteilt. „Die Kirche hat das Evangelium als Quelle ihrer Lehren und verkündet es in Verbindung mit dem päpstlichen Lehramt und dem Lehramt der Kirche in Lateinamerika und der Karibik, "basierend auf der Menschenwürde, dem Gemeinwohl, der bevorzugten Option für die Armen und der Förderung einer brüderlichen, unterstützenden Gesellschaft und einer integrativen Wirtschaft“.
Abschließend hebt der Text hervor, dass "zur Stärkung der Demokratie eine aktive und wachsame Staatsbürgerschaft erforderlich ist", die darauf achtet, die demokratische Ordnung vor jedem Versuch zu bewahren, sie zu brechen. Es sei notwendig ist, „das Vertrauen zwischen uns wiederherzustellen", weil „wir nur gemeinsam … ein wahrhaft brüderliches, unterstützendes und friedliches Peru aufbauen können.“
(SL) (Fides 26/05/2021)


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