ASIEN/LIBANON - Griechisch-melkitische Bischöfe unterstützen Forderungen nach „Neutralität“ des Libanon

Freitag, 12 März 2021 mittlerer osten   ostkirchen   geopolitik   wirtschaft     sektierertum  

Raboué (Fides) - Die Bischöfe der griechisch-melkitisch-katholischen Kirche bitten in einem Appell darum, den Libanon von regionalen Konflikten fernzuhalten Damit untrstützen sie die Forderungen des maronitischen Patriarchen Bechara Boutros Rai, der seit langem die Notwendigkeit, der „Neutralität“ des Libanon in Bezug auf regionalen Konflikten hervorhebt und in den letzten Wochen auch auf der Möglichkeit, eine internationale Konferenz unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen im Hinblick auf die libanesische Frage in Betracht gezogen hatte.
Am Ende ihres letzten Treffens, das am Mittwoch, dem 10. März, in Raboué im libanesischen Patriarchal unter der Leitung von Patriarch Youssef Absi (Foto) stattfand, veröffentlichten die melkitischen Bischöfe ein Dokument, in dem die Notwendigkeit einer Beschleunigung der Bildung einer neuen Regierung betont wird, nach sieben Monaten des institutionellen Stillstand und einer sozioökonomischen Krise, die das Land zunehmend an den Rand des Zusammenbruchs führt. In dem gemeinsamen Dokument stellen die Bischöfe das Handeln derjenigen, die für das Chaos verantwortlich sind, in Frage, ohne dabei Namen zu nennen. Man „befeuere“ die die institutionelle Krise aus "konfessionellen Gründen” und sei dabei „weit entfernt von jeglichem nationalen Interesse". Angesichts der Rekordabwertung der libanesischen Währung, fordern die Bischöfe insbesondere dringende Maßnahmen, um dem "Anstieg des Dollarwerts auf dem Schwarzmarkt" ein Ende zu setzen und die Verantwortlichen dieser Geschäfte zu bestrafen.
Die letzte im Amt befindliche libanesische Regierung unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Hassan Diab trat nach den Protesten nach den Explosionen im Hafen von Beirut am 4. August 2020 zurück. Der sunnitische Politiker Saad Hariri, Vorsitzender der “Zukunftspartei“, wurde am 22. Oktober 2020,mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Seitdem ist es ihm jedoch noch nicht gelungen, das neue Kabinett einzurichten, auch aufgrund der Spannungen, die zwischen dem delegierten Ministerpräsidenten und dem amtierenden Präsident Aoun in Bezug auf die Liste der Minister, die das Regierungsteam bilden sollten, entstanden sind.
(GV) (Fides 12/3/2021)


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