AFRIKA/NIGER - COVID-19: Behörden befürchten rasche Überlastung des Gesundheitssystems

Samstag, 21 März 2020   missionare  

Niamey (Fides) – In Nigeria gibt es den ersten Corona-Infizierten. Nach Angaben der örtlichen Behörden handelt es sich um einen Lkw-Fahrer aus Niter, der aus Lomé (Togo) nach Niger zurüdkfuhr ankam und über Accra (Ghana), Abidjan (Elfenbeinküste) und Ouagadougou (Burkina Faso) gefahren war.
Der in Niger lebende italienische Missionar Pater Mauro Armanino von der Gesellschaft für die Afrikamissionen, der in der Hauptstadt Niamey tätig ist, beschreibt die aktuelle Situation in Niger, einem der ärmsten Länder Afrikas und der Welt: "Auch in Niger wurden wie in aller Welt Maßnahmen ergriffen, um Schulen aller Bildungsgrade, Moscheen und Kirchen zu schließen und internationale Treffen abzusagen... Vor allem bei den Behörden besteht die Befürchtung, dass die Gesundheitseinrichtungen angesichts des Mangels an medizinischer Ausrüstung schnell überlastet sind". Abgeriegelt wurden auch die Land- und Luftgrenzen des afrikanischen Landes.
"Im Übrigen”, fährt der Missionar fort, “sind die Menschen eingeladen, auf die Symptome zu achten, sich häufiger die Hände zu waschen und große Versammlungen (auch Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen ...) zu vermeiden." "Angesichts der sonst üblichen sozialen Nähe zum Beispiel beim täglichen Marktbesuch ist das sicherlich nicht einfach", betont er.
"Vor allem hofft man, dass die Hitze und der Sand den Niger retten werden", schließt der Missionar.
Niger ist das 36. der insgesamt 54 afrikanischen Ländern, in denen mindestens ein Fall einer Coronavirus-Infektion registriert wurde. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es in ganz Afrika bisher über 700 Fälle und mit mindestens 17 Tote.
(LM) (Fides 21/03/2020)


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