AFRIKA/KENIA - Bischöfe wollen mit Dialog-Forum zur Überwindung der politischen Krise beitragen

Freitag, 10 November 2017 bischöfe   wahlen   dialog  

Nairobi (Agenzia Fides) – „Das Land ist vom Zerfall und von internen Konflikten bedroht, sollte die derzeitige Situation anhalten. Deshalb veranstalten wir in Kürze ein nationales Dialogforum, bei dem Auswege gefunden werden sollen", so die Bischöfe Kenias in einer gemeinsamen Erklärung angekündigt, die am Ende ihrer Vollversammlung am 9. November in Nakuru veröffentlicht wurde.
Die politische und soziale Situation im Land bleibt nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom 26. Oktober angespannt, die vom scheidenden Präsidenten Uhuru Kenyatta gewonnen, aber vom Oppositionskandidaten Raila Odinga boykottiert wurden. Odinga hatte zu zivilem Ungehorsam aufgerufen, während Menschenrechtsaktivisten bereits beim Obersten Gerichtshof einen Antrag auf Annullierung der Wahl eingereicht haben. Dies war bereits für die Wahl vom vergangenen 8. August vom Obersten Gericht auf Antrag von Odinga geschehen, was die Neuwahl vom 26. Oktober erforderlich gemacht hatte.
"Das Land ist unter politischen und ethnischen Aspekten gespalten“, klagen die Bischöfe. Die Bischöfe prangern in diesem Zusammenhang auch "die Gewalt und die Brutalität der Polizei in verschiedenen Teilen des Landes" an und kritisieren "Politiker, die das Land noch weiter polarisieren“. "Wir haben unmissverständliche Aufrufe zu Sezession und zivilen Ungehorsam, Demonstrationen, Protesten und Boykotten gehört, die nur zu einer Zuspitzung der Lage führen. Vor einigen Monaten noch hofften wir, dass die Wahlen Kenia vereinen würden, stattdessen haben sie das Land zusätzlich gespalten". "Jeder, der dieses Land liebt, kann die Ungleichheit bei der Verteilung von Ressourcen sehen, den Mangel an politischem Willen, die von extremer Armut betroffenen Regionen wirtschaftlich zu fördern sowie die Plünderung öffentlicher Mittel, die für Armen und die Entwicklung bestimmt sind und die Manipulation der Bevölkerung durch einige Politiker und eine Radikalisierung der Politik. Alle diese Grundlagen bringen Kenia in das gefährliche Gewässer der Intoleranz und der Wut, die uns alle zerstören könnten", so die Bischöfe in ihrer gemeinsamen Botschaft.
"Wir wissen, dass viele Kenianer die Hoffnung verlieren und sich von der Verzweiflung. Überrollen lassen. Doch möchten allen Kenianern, versichern, dass wir Ihre Sorgen und Ängste verstehen. Es gibt immer noch Hoffnung für Kenia!", betonen die Bischöfe.
Nach einer eingehender Analyse haben die Bischöfe deshalb beschlossen sie, „ein Forum für den nationalen Dialog zu organisieren, bei dem alle Sektoren der kenianischen Gesellschaft zusammen gebracht werden und sich mit den tatsächlichen Verhältnissen in unserem Land befassen, damit eine Agende entwickelt werden kann die zu konkreten Lösungen führt ", heißt es in der Botschaft abschließend
(L.M.) (Fides 10/11/2017)


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