AFRIKA/D.R. KONGO - Bischöfe vermuten Boykott: “Regierung und Teile der Opposition wollen keine Wahlen”

Mittwoch, 8 März 2017 bischöfe  

Kinshasa (Fides) - “Die Regierung und einige Vertreter der Opposition wollen keine Wahlen, weil diese nicht zum eigenen Vorteil gereichen”, so der Vorsitzende der Kongolesischen Bischofskonferenz, Erzbischof Fridolin Ambongo von Mbandaka-Bikoro, der vermutet, dass die Regierungsmehrheit die Organisation der Präsidentschaftswahl boykottieren will. Dieser Boykott werde auch von jenen Vertretern der Opposition unterstützt, die den vom Wahlbündnis gewählten Vorsitzenden des Rates der Weisen nicht akzeptieren (vgl. Fides 7/1/2017).
Die Bischöfe der Demokratischen Republik brechen somit das Schweigen, dass sie sich selbst seit dem 28. Januar auferlegt hatten, als die Beratungen über die Umsetzung der Vereinbarungen vom 31. Dezember 2016 ausgesetzt wurden, die zur Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit und einer Präsidentschaftswahl bis Ende 2017 führen sollte.
Der Tod des Oppositionsführers Etienne Tshisekedi führte zu einer weiteren Verzögerung bei der Wiederaufnahme der Gespräche bei denen die Bischofskonferenz vermittelt.
Bischof Ambongo zweifelt damit an der angeblichen Unwissenheit der kongolesischen Politiker, die das Land seiner Ansicht nach an den Rand des Abgrunds führen.
Unterdessen drohte die Europäische Union mit weiteren Sanktionen gegen Politiker und Vertreter der Sicherheitskräfte. Solche Sanktionen waren bereits gegen die Verantwortlichen der gewaltsamen Ausschreitungen in Kinshasa verhängt worden, bei denen mindestens vierzig Menschen starben.
(L.M.) (Fides 8/3/2017)


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