AFRIKA/GAMBIA - Präsident Jammeh soll zum Rückritt bewegt werden: “Doch nicht mit Waffengewalt” fordert der Bischof von Ziguinchor

Dienstag, 10 Januar 2017 politik   wahlen  

Banjoul (Fides) – Die Länder Westafrikas üben zunehmend Druck auf den scheidenden gambischen Präsidenten Yahya Jammeh aus, der nach der Niederlage bei der Wahl am 1. Dezember am kommenden 19. Januar auf sein Amt verzichten, und dies an den Gewinner der Wahl Adama Barrow übergeben soll (vgl. Fides 5/12/2016).
Zunächst hatte Jammeh, der seit 22 Jahren an der Macht ist, Barrow zu dessen Sieg gratuliert, um am 9. Dezember schließlich zu erklären, er erkenne den Wahlsieg nicht an. Demzufolge legte er beim Höchsten Gericht einen Antrag auf Annullierung der Wahl ein. Am heutigen 10. Januar wird das Gericht über den Antrag des scheidenden Präsidenten entscheiden.
Unterdessen wird für den morgigen 11. Januar eine Delegation der Gemeinschaft der Westafrikanischen Staaten (CEDEAO/ECOWAS) in Banjul erwartet, die Jammeh zum Rücktritte bewegen soll.
Der Delegation gehören der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari und die Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson Sirleaf (die auch Vorsitzende des CEDEAO/ECOWAS ist), sowie der ehemalige Präsident von Ghana, John Dramani Mahama, an, die gemeinsam mit Buhari von der CEDEAO/ECOWAS mit der Vermittlung in der gambischen Krise beauftragt wurden.
Der nigerianische Außenminister Geoffrey Onyeama schließt nicht aus, dass die angrenzenden Staaten Jammeh mit Waffengewalt zum Rücktritt zwingen könnten. Dies verurteilt jedoch Bischof Paul Abel Mamba von Ziguinchor, Hauptstadt der Region Casamance, an der Grenze zwischen Senegal und Gambia. “Wir dürfen eine militärische Option nicht privilegieren“, so der Bischof in seiner Predigt bei einem Gottesdienst im Grenzgebiet am vergangenen 1. Januar. “Es ist zu erwarten, dass eine gewaltsame Konfrontation das Leben viele Menschen zerstört und die Situation im Land nicht beruhigt”, so der Bischof, der alle um das Gebet für den Frieden bittet.
(L.M.) (Fides 10/1/2017)


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