OZEANIEN/AUSTRALIEN - Bischöfe zur Abschiebehaft: “Was zuviel ist, ist zuviel”

Donnerstag, 13 Oktober 2016 migranten   menschenrechte   zivilgesellschaft   sozialeinrichtungen   solidarietät  

Sydney (Fides) – “Eine der größten Krisen der heutigen Zeit ist die Situation der Menschen, die vor Kriegen, Verfolgung und Armut aus ihrer Heimat fliehen und sich gezwungen sehen, ohne Unterkunft und Sicherheit oft getrennt von ihren Familien zu leben. In Australien müssen wir uns dafür schämen, dass Personen, die um unseren Schutz gebeten haben abgewiesen wurden und sich nun in den Gefängnissen für Abschiebehaft auf den Inseln Nauru und Manus Island vor Papua Neuguinea befinden. Es ist an der Zeit, dass wir sie hierher bringen“, so der Vorsitzende der Australischen Bischofskonferenz, Erzbischof Denis Hart.
“Internationale Hilfswerke sind entsetzt über die Bedingungen, unter denen die Flüchtlinge in diesen Einrichtungen leben und über die Auswirkungen, die die Haft auf ihre Gesundheit und ihre Psyche hat”, so der Erzbischof im Namen der australischen Bischöfe, „Einige dieser Bischöfe haben an Papst Franziskus geschrieben, der seine tiefe Sorge um diese Menschen zum Ausdruck brachte. Die australischen Bischöfe bedauern, dass ihre Brüder und Schwestern auf Nauru und Manus Island inhaftiert sind. Wir würdigen zwar die Bemühungen der Regierung um eine Lösung, doch was zu viel ist, ist zuviel. Wir fordern die Regierung deshalb auf, die Inhaftierten nach Australien zu bringen, bis weitere Beschlüsse über ihre Zukunft gefasst werden”.
“Wir schießen uns der Kampagne für ihre Umsiedlung nach Australien an”, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, “Wir werden diesen Flüchtlingen in unseren katholischen Gemeinden und Einrichtungen helfen und sie aufnehmen und die umfassenden Ressourcen unserer sozialen Einrichtungen zur Verfügung stellen”.
Das “Katholische Bündnis für Asylbewerber” sei bereit zusammen mit staatlichen und zivilen Einrichtungen einen Plan für die Aufnahme der Flüchtlinge aus Nauru und Manus Island zu entwickeln. “Kurz bevor das Heilige Jahr der Barmherzigkeit zu Ende geht, sollten wir Werke der Barmherzigkeit tun und ihrer Früchte ernten”, so der Erzbischof abschließend.
(PA) (Fides 13/10/2016)


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