MZUZU (Fides) – Die katholische Kirche in Malawi feierte am Sonntag, dem 4. Oktober, im Mzuzu-Stadion das hundertjährige Jubiläum des Weltmissionssonntags, der 1926 von Papst Pius XI. als Anlass zum Gebet und zur Sammlung von Mitteln zur Unterstützung der Arbeit der Missionare weltweit ins Leben gerufen wurde.
An der Feier, die sich auf das Thema der Botschaft zum Weltmissionssonntag 2026 „Eins in Christus, vereint in der Mission“ konzentrierte, nahmen Bischöfe, Priester, Ordensleute, Laien, Regierungsvertreter und Gäste verschiedener christlicher Konfessionen teil.
Das hundertjährige Jubiläum bot Gelegenheit, an den Weg der Kirche in diesem Land zu erinnern und an den Beitrag der Missionare und Gläubigen, die durch Gebet, Opferbereitschaft und Großzügigkeit die Verbreitung des Evangeliums gefördert haben.
Die missionarische Zusammenarbeit und die Arbeit der Päpstlichen Missionswerke (POM) haben zum Wachstum der Ortskirche beigetragen, indem sie sich an der Verkündigung des Evangeliums, der Katechese, der Ausbildung von Priestern und Ordensleuten, der Bildung sowie an Projekten im Bereich der Gesundheitsversorgung und der humanitären Entwicklung beteiligt haben.
Die Zeichen dieses großzügigen Beitrags zeigen sich in dem lebendigen Netzwerk des guten Lebens, das sich rund um Kirchen, Schulen, Krankenhäuser, Gemeinschaften und Priesterseminare im ganzen Land entfaltet.
Im Verlauf der Veranstaltung hob Bischof Vincent Mwakhwawa, Vorsitzender der Missionskommission der Bischofskonferenz von Malawi, die Rolle der POM für das Wachstum der Ortskirche hervor und lud die Pfarreien ein, sich an der Spendensammlung zum Weltmissionssonntag zu beteiligen. Die Spenden fließen in den Universellen Solidaritätsfonds, über den die Kirche von Malawi zur Unterstützung von Gemeinschaften und Missionswerken weltweit beiträgt.
Ein Zeichen für die wachsende Beteiligung der malawischen Kirche an der Weltmission sind die Spenden. Pater Peter Ephraim Madeya, Landesleiter der POM in Malawi, berichtete, dass die Beiträge zum Universellen Solidaritätsfonds im Jahr 2025 um 80 % gestiegen seien, und äußerte die Hoffnung auf eine noch größere Resonanz im Jahr des hundertjährigen Jubiläums. Laut Madeya wandelt sich Malawi zunehmend von einer Kirche, die Missionshilfe empfängt, zu einer Kirche, die sich im Gebet und bei der Sammlung von Mitteln für die Mission der Weltkirche engagiert.
Bei der Feier wurde auch der Beitrag der Laien zur Missionsarbeit hervorgehoben. Mit der Kraft der in der Taufe empfangenen Gnade ist jeder Katholik aufgerufen, in seiner Familie, in der Pfarrei, am Arbeitsplatz und in der Gemeinschaft missionarisch tätig zu sein.
Die getauften Katholiken wurden eingeladen, für die Missionen zu beten, sich bewusst zu engagieren und einen Beitrag zum Universellen Solidaritätsfonds zu leisten.
Zudem wurde der Beitrag der POM in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Sozialdienste und menschliche Entwicklung gewürdigt.
Zum Thema missionarische Ausbildung betonte Pater Dinh Anh Nhue Nguyen, Generalsekretär der Päpstlichen Missionswerke, die Verantwortung jedes Getauften für die Mission der Kirche. Seine Anwesenheit unterstrich zudem die Verbundenheit zwischen der Kirche in Malawi und der Weltkirche sowie die Vorstellung, dass die Mission dem gesamten Volk Gottes gehört.
In seiner Predigt forderte Bischof Peter Adrian Chifukwa, Bischof von Dedzam, die Katholiken auf, ihre missionarische Identität zu stärken, und sprach von der Notwendigkeit, christliche Gemeinschaften, Familien und Eltern zu authentisch missionarischen Einheiten zu machen. Eine missionarische Gemeinschaft ist dazu berufen, ihr Umfeld zu erreichen und Christus zu den anderen zu bringen; eine missionarische Familie, den Glauben zu bezeugen und ihn an die neuen Generationen weiterzugeben; Eltern dazu, die ersten Zeugen und Erzieher des Glaubens im eigenen Zuhause zu sein.
Das hundertjährige Jubiläum wird somit nicht nur als Feier der Vergangenheit dargestellt, sondern als Beginn einer neuen missionarischen Phase. Nach einem Jahrhundert, in dem Malawi Unterstützung durch die missionarische Zusammenarbeit erhalten hat, ist die Ortskirche zunehmend dazu aufgerufen, ihre Gaben mit der Weltkirche zu teilen.
Für die nächsten hundert Jahre nennt das Dokument als Prioritäten eine vertiefte missionarische Ausbildung, engagiertere Familien und Gemeinschaften, mehr Großzügigkeit und eine erneuerte Einbindung jedes Getauften in die Mission, das Evangelium Jesu zu verkünden und zu bezeugen.
(EG) (Fides, 7/10/2026).